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Madame Tussauds Berlin: Streit über Hitler-Wachsfigur

"Geschmacklos" und "überflüssig" - die Kritik an den Plänen, Adolf Hitler einen Platz in der neuen Berliner Filiale von Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett zu geben, fällt heftig aus. Die Betreiber lassen sich jedoch nicht umstimmen: "Hitler wegzulassen, wäre eine Lücke."

Die Figur von Adolf Hitler soll wie geplant Teil des neuen Wachsfigurenkabinetts von Madame Tussauds in Berlin werden. Auch nach heftiger Kritik halten die Betreiber an ihrer Entscheidung fest, den Diktator von Juli an zu zeigen. "Wir wollen die ganze deutsche Geschichte darstellen. Hitler wegzulassen, wäre eine Lücke", sagte Natalie Ruoß von Madame Tussauds in Berlin. Eine repräsentative Befragung eines Marktforschungsinstituts im Auftrag des Wachsfigurenkabinetts habe ergeben, dass die Besucher Hitler sehen wollen, sagte Ruoß. Mit Absperrungen und Videoüberwachung solle verhindert werden, dass sich Besucher mit der Figur fotografieren lassen.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der auch als Wachsfigur in der Ausstellung zu sehen sein wird, hat von den Betreibern nähere Informationen angefordert. Johannes Tuchel, der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, sagte: "Ich halte es für überflüssig und geschmacklos, Hitler in einem Wachsfigurenkabinett zu zeigen." Lea Rosh, die Vorsitzende des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas sagte: "Die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte darf nicht zu Konsum und Unterhaltung werden."

DPA / DPA
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