Marco W. "Verfahren ist noch lange nicht zu Ende"


Erst Anfang September soll der Prozess gegen den in der Türkei inhaftierten Marco W. weitergehen. Doch sein Anwalt befürchtet, dass das Verfahren noch deutlich länger dauern werde. Er fordert zudem die Freilassung Marcos, weil kein dringender Tatverdacht mehr bestehe.

Der Prozess gegen den seit vier Monaten in der Türkei inhaftierten 17-jährigen Marco aus Uelzen wird nach Ansicht seines Anwalts noch länger andauern. "Dass die Sache entscheidungsreif ist, glaube ich nicht, auch nicht in einem Monat. Ich glaube nicht, dass das Rechtshilfeersuchen an England bis zum 6. September erledigt ist", sagte der deutsche Anwalt von Marco, Nikolaus Walther, nach dem zweiten Verhandlungstag in Antalya. Der Prozess gegen den Jugendlichen wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-jährigen Britin war im Badeort Antalya auf den 6. September vertagt worden.

Vorrangiges Ziel bleibt laut Walther, die baldige Entlassung des Jungen aus der Untersuchungshaft. "Auch nach türkischem Recht ist ein dringender Tatverdacht zwingend notwendig, um einen Haftbefehl aufrecht zu erhalten", so Walther. Dieser sei nach den entlastenden Zeugenaussagen am zweiten Verhandlungstag nicht mehr gegeben.

Der Gutachter und Klinikarzt Levent Hekim hat nach seiner Vernehmung vor Journalisten gesagt, er habe das Mädchen noch in der Nacht nach dem Treffen mit Marco untersucht und keine Anzeichen für eine Vergewaltigung entdeckt. Auch habe es keinen Geschlechtsverkehr gegeben. Zudem hatte ein Bekannter der Schwester der 13-Jährigen in dem nicht öffentlichen Prozess ausgesagt. "Seine Aussage zu Gunsten Marcos war absolut glaubwürdig", sagte Walther.

Marco hatte das Mädchen während eines Osterurlaubs im Badeort Side kennengelernt und war nach einem Discoabend mit anderen Jugendlichen im Hotelzimmer der 13-Jährigen gelandet. Die Initiative zu den Zärtlichkeiten sei von dem Mädchen ausgegangen, das sich als 15-Jährige ausgegeben habe, sagte Marco. Noch im Hotel wurde Marco unter dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs festgenommen, nachdem die Mutter des Mädchens Anzeige erstattet hatte. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

DPA DPA

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