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Marinestützpunkt in Zypern: Elf Menschen sterben bei Explosionen

Erst fingen Container mit Schießpulver Feuer, dann folgte ein ohrenbetäubender Knall: Am Montagmorgen erschütterten mehrere Explosionen den größten Marinestützpunkt im Südteil von Zypern. Mindestens elf Menschen kamen dabei ums Leben.

Bei mehreren schweren Explosionen auf einem Marinestützpunkt im Süden der Mittelmeerinsel Zypern sind am Montagmorgen acht Menschen getötet und weitere verletzt worden. Auf dem Stützpunkt hätten zwei von insgesamt 98 gelagerten Containern mit Schießpulver Feuer gefangen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur CNA. Daraufhin habe es "riesige Explosionen" gegeben. Auch das größte Kraftwerk der Insel wurde schwer beschädigt, in der Gegend rund um die Hafenstadt Larnaka fiel der Strom aus. Dies behinderte vorübergehend den Betrieb auf den Flughäfen von Larnaka und Paphos.

Explosion soll auch Nachbarorte getroffen haben

Der gesamte Stützpunkt aber auch umliegende Gebäude, Tavernen und Bars am Strand neben dem Stützpunkt seien schwer beschädigt worden. "Überall hier liegen Splitter und Scherben", sagte der Besitzer einer Taverne dem zyprischen Rundfunk (RIK). Über dem Stützpunkt steige eine dicke Rauchsäule in den Himmel. Andere Augenzeugen berichteten, der Stützpunkt sei fast vollständig zerstört worden. In der Ortschaft Mari seien fast alle Gebäude durch die Druckwellen der Explosionen beschädigt worden.

Dutzende Autofahrer wurden auch auf der Autobahn Larnaka-Limassol durch Splitter verletzt. "Es kamen aus dem Himmel Holzlatten, Eisenstangen, ganze Teile von Dächern auf uns runter", schilderte eine Autofahrerin im Fernsehen. Die Detonationen seien "ohrenbetäubend" gewesen, hieß es.

Krisensitzung in Nikosia

"Es ist eine große Katastrophe", sagte der Kommandeur der zyprischen Nationalgarde, Petros Tsalikidis, im Radio. Im Präsidialgebäude in der Inselhauptstadt Nikosia begann eine Krisensitzung unter Vorsitz des zyprischen Präsidenten Dimitris Christofias, wie das Staatsfernsehen meldete.

Zyperns Elektrizitätsgesellschaft rief alle Bürger auf, Strom zu sparen. "Bitte benutzen Sie Generatoren und stellen Sie ihre Klimaanlagen aus", hieß es in einer Erklärung der Gesellschaft. Wegen des Ausfalls des Kraftwerks nahe des Stützpunkts drohe ein allgemeiner Stromausfall, hieß es. "Es ist eine biblische Katatrophe", sagte ein Sprecher der Elektrizitätsgesellschaft im Radio. Die Krankenhäuser riefen die Bürger zu Blutspenden auf.

Nach Information des staatlichen Rundfunks lagerten die Munitionscontainer im Hafen des Stützpunkts. Wie es hieß, stammen sie aus einem illegalen Munitionstransport in den Iran und waren vor drei Jahren an Bord eines Frachters vor Zypern beschlagnahmt worden. Seitdem hätten sie auf dem Stützpunkt nahe der Ortschaft Mari gestanden.

liri/DPA/AFP / DPA