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Winnemuth: Um es kurz zu machen: Stichwort "shifting baselines", oder: Wat willste machen?

Diesel-Betrug, Zimtwuppis, Donald Trump: Was gestern als irre gegolten hätte, ist heute normal. Wir sind schnell bereit, uns an alles zu gewöhnen.

shifting baselines: Wie wir unsere Definitionen anpassen

Mit dem Phänomen der sogenannten "shifting baselines" beschreibt Meike Winnemuth die erstaunliche (moralische) Anpassungsfähigkeit des Menschen

Es gibt einen Begriff aus der Umweltforschung, über den ich gerade viel nachdenke: shifting baselines. Geprägt hat ihn der Meeresbiologe Daniel Pauly, er beschrieb damit das Phänomen, dass sich die Definition, was beispielsweise ein "normaler" Fischbestand sei, von Generation zu Generation verschiebe, weil das Wissen darüber, was vor Jahrhunderten üblich war, einfach verloren gegangen ist. Jede Forschergeneration setze einen neuen Referenzpunkt, gegen den die Entwicklung abgeglichen wird, und konstruiert eine neue Normalität, unmerklich verschoben. Das gilt nicht nur für Wissenschaftler, sondern für jeden auf der Welt: Das Artensterben beispielsweise ist für kaum jemanden wirklich persönlich spürbar – okay, vor 50 Jahren haben mehr tote Viecher an der Windschutzscheibe geklebt, aber sonst? Und dass die Sommer wärmer werden – ist doch herrlich!

Das Phänomen der shifting baselines, der kollektiven Wahrnehmungsverschiebung, lässt sich natürlich prächtig auf nahezu alles anwenden, was man in Gesellschaft und Politik beobachten kann. Veränderungen schleichen sich millimeterweise ins Bewusstsein (wenn überhaupt); was vorvorgestern noch undenkbar war, ist heute völlig selbstverständlich. Was normal ist, definiert sich stetig neu.

Die ständig wechselnde Definition von Normalität

Meine eigenen baselines shiften von Jahr zu Jahr schneller, so scheint es mir. Ich bin immer bereiter, alles mögliche für normal zu halten. Das meiste ist ja auch völlig egal: Dass die Mädchen sich Augenbrauen mit einem schwarzen Edding auf die Stirn malen (und wenn wir schon bei Stirn sind: die sturmfest festgezurrten Gesichter von Dieter Bohlen und Carsten Maschmeyer), die immer unsäglicheren Namen von Backwaren (Kartöpfelchen, Dinkelkrusti, Fanblock, Körnerdieb, Zimtwuppi, Bread Pitt – ich deute inzwischen nur noch hin und sage: "Davon bitte zwei") und all die anderen seltsamen Begleiterscheinungen des Alltags – geschenkt. Kann gern normal sein, es richtet wenigstens keinen Schaden an.

Schlimmer ist der Gewöhnungseffekt, wenn es eine Nummer größer und damit gefährlicher wird. Mit jeder Unterhausabstimmung findet man das Brexit-Chaos normaler. Man rechnet bereits mit dem Irrsinn, er ist erwartbar und damit normal. Die Steuermoral der Milliardenkonzerne, die Fuck-you-Haltung der Autoindustrie, der immer selbstverständlichere Gebrauch von Nazi-Ausdrücken wie "Lügenpresse" – man winkt inzwischen nur noch ermattet ab. Kennt man, ist halt so, wat willste machen. Die Erregungsbereitschaft lutscht sich kontinuierlich ab, das Wundern hat man schon lange eingestellt. Niemand regt sich mehr ernsthaft über eine weitere Twittermeldung von Donald Trump auf. Achselzucken, weiter – regelrecht dankbar, dass der Mann bislang keinen Krieg vom Zaun gebrochen hat. Zur shifting baseline gehört eben auch, das Schlimmste zu erwarten und beim Eintritt des Zweitschlimmsten erleichtert zu sein.

Man arrangiert sich stetig, dank shifting baselines

Die menschliche Gabe, sich mit Dingen zu arrangieren, die man nicht ändern kann, und die Geschmeidigkeit, sich auf neue Entwicklungen einzustellen, ist eigentlich ein Gottesgeschenk. Man würde schier verrückt werden, wäre es anders. Aber ich stelle fest, dass die Verschiebungen im Referenzsystem nicht mehr schleichen, sondern galoppieren. 26 Prozent der jungen Erwachsenen im Osten und 23 Prozent im Westen finden laut einer Umfrage im Februar, dass es "einen starken Führer" geben sollte, "der sich nicht um Parlamente und Wahlen kümmern muss" . Weniger als die Hälfte der Befragten mochten dieser Aussage "überhaupt nicht zustimmen" . Neue Normalität? Ernsthaft? Lange hat mich nichts mehr so erschreckt.

Sarah Sanders hält eine Pressekonferenz im Weißen Haus



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Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg