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Nach Tod deutscher Schüler: Polizei fasst türkischen Alkoholpanscher

Seit dem Tod von drei Lübecker Realschülern, die in einem Hotel bei Antalya giftigen Schnaps getrunken hatten, war er auf der Flucht. Jetzt hat die türkische Polizei Cengiz E., von dem Alkohol stammen soll, offenbar geschnappt. Bei der Festnahme griff der Verdächtige zur Waffe.

Ein mutmaßlicher Alkohol-Panscher, der im Zusammenhang mit dem Tod von drei deutschen Realschülern in der Türkei gesucht wurde, ist laut Medienberichten nach einer Schießerei mit der türkischen Polizei gefasst worden. Der Gesuchte Cengiz E., dessen Bruder sowie zwei Polizeibeamte seien bei dem Schusswechsel in Manavgat bei Antalya verletzt worden, meldete der Fernsehsender Haber-Türk am Donnerstag.

Nach dem Tod der drei Lübecker Schüler, die in einem Hotel in Kemer bei Antalya giftigen Schnaps getrunken hatten, hatte die Staatsanwalt einen Haftbefehl gegen Cengiz E. erwirkt. Er hatte Alkohol an das Hotel verkauft und soll bereits vor einigen Jahren an der türkischen Westküste in einen Fall von mutmaßlicher Alkohol-Panscherei verwickelt gewesen sein. Anfang April war zunächst gemeldet worden, Cengiz E. sei festgenommen worden, die Berichte wurden jedoch später dementiert.

Laut Haber-Türk tauchte der Gesuchte nach dem Tod der drei Deutschen Ende März ab und versteckte sich seitdem in der Wohnung in Manavgat. Als die Polizei ihn nun dort festnehmen wollte, habe er das Feuer auf die Beamten eröffnet. Nach der Schießerei seien Cengiz E. und sein Bruder mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Sieben Schüler eines Lübecker Bildungszentrums hatten in ihrem Hotel den giftigen Alkohol in der Annahme getrunken, es sei Wodka. Den Schnaps hatten sie nach eigenen Aussagen in dem Hotel gekauft, um trotz eines Verbots des Lehrers eine private Party zu feiern. Der 21-Jährige Rafael N. starb noch im Hotel an Methanolvergiftung, ein 17-Jähriger und ein 19-Jähriger starben in der Lübecker Uniklinik, nachdem sie eine Woche im Koma gelegen hatten. Vier weitere Schüler überlebten die Vergiftungen.

AFP / AFP
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