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Neuer Fall: Verkäuferin wegen 1,36 Euro entlassen

Eine Bäckereifiliale hat eine Verkäuferin wegen eines Fehlbetrags von 1,36 in der Kasse zunächst fristlos entlassen. Vor Gericht einigten sich beide Seiten auf eine ordentliche Kündigung. Erst jüngst hatte ein Urteil für Wirbel gesorgt, das die Kündigung einer Verkäuferin in Berlin wegen eines ähnlichen Falls bestätigt hatte.

Eine Verkäuferin einer Bäckereifiliale in Friedrichshafen am Bodensee ist nach Pressinformationen entlassen worden, weil 1,36 Euro in der Kasse fehlten. Laut "Südkurier" hat die 40-Jährige nach einem Vergleichsvorschlag des Arbeitsgerichts Ravensburg eine ordentliche Kündigung erhalten. Der Arbeitgeber hatte zuvor eine fristlose Kündigung ausgesprochen. Ihr Chef hatte zwei Detektive eingesetzt, um Unregelmäßigkeiten aufzuspüren. Diese hatten festgestellt, dass mal zu viel und mal zu wenig Geld in der Kasse war. Einmal fanden sie einen Fehlbetrag von 1,36 Euro.

Abweichungen nach oben und nach unten in der Kasse waren nach Feststellungen des Arbeitsgerichts offenbar an der Tagesordnung, wie das Blatt ferner schrieb. Auf das Angebot ihres Arbeitgebers, eine Unterschlagung zuzugeben, wenn er auf eine Anzeige verzichtete, war die Verkäuferin nicht eingegangen.

Erst am Dienstag hatte das Landesarbeitsgericht Berlin die fristlose Entlassung einer Supermarkt-Kassiererin nach mehr als 30 Jahren für wirksam erklärt. Sie soll zwei Pfandbons über 48 und 82 Cent unterschlagen haben. Das Urteil hatte einen Streit zwischen Politik und Justiz ausgelöst.

DPA / DPA
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