Papst-Reise "So schwach war er noch nie"


Am ersten Tag seiner viertägigen Slowakei-Reise hat Johannes Paul II. einen so hinfälligen Eindruck wie noch nie gemacht.

Papst Johannes Paul II. hat am ersten Tag seiner Slowakeireise einen so hinfälligen Eindruck gemacht wie noch nie in seiner 25-jährigen Amtszeit. Der Papst saß im Rollstuhl, zeitweise wirkte er geistig abwesend. Beim abendlichen Besuch in der Kathedrale von Trnava nahe der Hauptstadt Bratislava konnte der 83-Jährige am Donnerstag eine vorbereitete Rede nicht selbst halten. Die wenigen Sätze, die er sprach, waren durch die Folgen der Parkinson-Krankheit derart undeutlich, dass die Gläubigen sie kaum verstanden.

"Es wird immer schlimmer"

Johannes Paul II. war am Flughafen von Staatspräsident Rudolf Schuster und Ministerpräsident Mikulas Dzurinda begrüßt worden. Bereits dort wirkte der Papst extrem geschwächt, konnte eine Rede nicht zu Ende bringen und rang nach Atem. Seine Stimme war brüchig. Zuvor hatte es 20 Minuten gedauert, bis der Papst mit Hilfe einer Hebebühne aus dem Flugzeug gebracht worden war. Theologen aus der Papstbegleitung sprechen von einer erheblichen gesundheitlichen Verschlechterung. "Es wird immer schlimmer, so schwach war er noch nie." Das Oberhaupt der katholischen Kirche werde seinen Besuch aber "auf jeden Fall" fortsetzen, erklärte sein Sprecher Joaquin Navarro-Valls

Keine Änderung an Reiseroute

Wie im geplanten Programm vorgesehen, traf der Papst gestern Staatspräsident Rudolf Schuster sowie Ministerpräsident Mikulas Dzurinda zu kurzen Höflichkeitsbesuchen. Die Bitte der Roma- Minderheit um ein Papsttreffen hatte der Vatikan aber abgelehnt.

Heute fliegt das katholische Oberhaupt von Bratislava in die Stadt Banska-Bystrica. Dort will er eine Messe feiern. Allerdings ist unklar, ob der 83-Jährige in der Lage sein wird, die Predigt zu halten. Die Reise endet am Sonntag. Es ist die insgesamte 102. Auslandsreise von Johannes Paul, der am 16. Oktober 25 Jahre im Amt ist. Ob er weitere Auslandsreisen machen wird, ist unklar. Ärzte raten ihm seit langem, keine Reisen mehr zu unternehmen.

DPA

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