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44-Jähriger zu Tränen gerührt: Polizei hat Mitleid mit armem Dieb - und zahlt seine Geldstrafe

Die Bremer Bundespolizei hat einen Dieb verhaftet, der noch eine Restfreiheitsstrafe von sechs Tagen zu verbüßen hatte. Abwenden können hätte er dies nur mit sofortiger Zahlung von 18 Euro. Doch die hatte er nicht, die Beamten dafür aber ein Herz für ihn.

Viel Geld war es nicht, dass den 44-Jährigen vor dem Gefängnis bewahren sollte. Doch selbst die 18 Euro bekam er nicht zusammen.

Viel Geld war es nicht, dass den 44-Jährigen vor dem Gefängnis bewahren sollte. Doch selbst die 18 Euro bekam er nicht zusammen.

"Strafe muss sein, keine Frage", beginnt die Pressemitteilung der Polizei Bremen. Dennoch hätten die Bundespolizisten am Hauptbahnhof eine "ungewöhnliche Lösung" für die Notsituation eines 44-jährigen verurteilten Diebes gefunden. Der Mann wurde demnach von den Beamten verhaftet, weil er wegen einer nicht vollständig bezahlten Geldstrafe noch sechs Tage Restfreiheitsstrafe zu verbüßen hatte. Gegen den Mann war ein Strafbefehl über 30 Tagessätze zu je drei Euro ergangen, "aufgrund seiner geringen Einkommensverhältnisse".

18 Euro davon waren noch nicht bezahlt, und nun sollte er nach seiner Verhaftung die Ersatzhaft antreten. Als die Beamten ihn fragten, ob er denn die offene Summe nicht begleichen könne, gab er "kleinlaut an, dass er niemanden kennen würde, der ihm kurzfristig 18 Euro leihen würde". Da bekamen die Bundespolizisten Mitleid mit dem armen Dieb, "legten zusammen und beglichen seine Strafe".

Dem Bericht zufolge hat der Mann "die Wache nicht zum ersten Mal von innen gesehen" und auch "seine Tätowierungen waren aus Sicht von Polizisten wenig schmeichelhaft für ihren Berufsstand". Von der Geste der Beamten aber sei er zu Tränen gerührt gewesen. Er gelobte Besserung und versprach, das Geld "baldmöglichst" zurückzuzahlen.

Dumm gelaufen: Dieser Dieb wählt den schlechtesten Fluchtweg, den man sich vorstellen kann
fin
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?