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Rauschgiftkartelle: Mexiko setzt Kopfgeld auf Drogenbarone aus

Mexiko greift nach dem letzten Strohhalm: Im Kampf gegen die mächtigen Drogenkartelle hat der südamerikanische Staat jetzt ein Kopfgeld von jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro auf die mächtigsten Drogenbosse ausgesetzt. Ob die Maßnahme greift, ist allerdings zweifelhaft. - zu groß ist die Furcht vor der tödlichen Rache der Drogenbarone.

Im Kampf gegen die mächtigen Rauschgiftkartelle hat Mexiko ein Kopfgeld in Millionenhöhe auf die 24 wichtigsten Drogenbosse des Landes ausgesetzt. Für Hinweise, die zu ihrer Festnahme führen, gibt es Prämien in Höhe von bis zu 30 Millionen Pesos (rund 1,5 Millionen Euro). Die Belohnungen sollen laut Staatsanwaltschaft jedem gezahlt werden, der eine brauchbare Information liefert, die zur Festnahme eines der Drogenbarone beiträgt.

Die 24 Gesuchten gehören den sechs größten Drogenkartellen des Landes an. Unter ihnen ist auch Joaquin Guzman, der Chef des mächtigen Sinaloa-Kartells. Guzman war 2001 aus einem Hochsicherheitsgefängnis nahe Guadalajara entkommen. Laut dem US-Magazin "Forbes" zählt er zu den reichsten Menschen der Welt.

Das Sinaloa-Kartell kämpft mit anderen Banden in dem an die USA grenzenden Norden Mexikos um die Vorherrschaft im Drogengeschäft. Im vergangenen Jahr wurden in Mexiko im Zusammenhang mit dem Krieg der Drogenkartelle mindestens 5300 Menschen ermordet. Die mexikanische Regierung startete Ende 2006 eine Offensive gegen die Banden, an der mehr als 36.000 Polizisten und Soldaten beteiligt sind.

Im westlichen Staat Michoacan wurde unterdessen ein Polizist getötet, der an Ermittlungen zu Entführungen und Erpressung beteiligt war. Edgar Garcia wartete nach Behördenangaben am Sonntag in seinem Auto an einer roten Ampel, als Bewaffnete aus zwei weiteren Fahrzeugen auf ihn schossen. Bei der Verfolgung von Verdächtigen wurde einer von ihnen getötet, ein Polizist erlitt Verletzungen.

AFP/AP / AP