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Razzia in der JVA Sehnde: Häftlinge sollen Gefängnismitarbeiter bestochen haben

In der JVA Sehnde ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen 29 Personen. Insassen der Haftanstalt sollen Justizbeamte bestochen haben. Die Ermittler konnten unter anderem Drogen, Telefone und Datenträger beschlagnahmen.

Razzia in der JVA Sehnde: Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen Bestechlichkeit. 

Razzia in der JVA Sehnde: Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen Bestechlichkeit. 

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Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit sowie Drogenhandels gegen vier Beamte der Justizvollzugsanstalt Sehnde, 21 Gefangene sowie sechs weitere Personen. Am Sonntag seien Zellen und Arbeitsräume des Gefängnisses sowie zehn Privatwohnungen von Beschuldigten durchsucht worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Drogen und Datenträger beschlagnahmt

200 Polizeibeamte, darunter auch ein Spezialeinsatzkommado, waren im Einsatz. "Es ist ein außergewöhnlicher Fall", sagte der Sprecher. In zwölf Hafträumen seien mutmaßliche Drogen sowie Streckmittel entdeckt worden. Zudem seien außerhalb der JVA 45 Mobiltelefone, 70 Datenträger sowie zahlreiche SIM-Karten beschlagnahmt worden. Die Auswertung der Daten stehe nun an. Als organisierte Kriminalität wollte Eisenhauer den Fall aber zunächst nicht einstufen.

Eine Collage vom Essen, das in der JVA Heidering serviert wird. Auf dem Twitter-Account "Gefängniscuisine" sieht man Bilder aus dem kulinarischen Alltag hinter Gittern.

Der Anstoß zu den Ermittlungen sei aus der Anstalt gekommen, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums am Mittwoch. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang. Die vier beschuldigten JVA-Beamte sind vom Dienst suspendiert worden.

amm / DPA