Sachsen-Anhalt Kinderpornos in der Psychiatrie


In einem Krankenhaus für psychisch kranke Straftäter hat die Staatsanwaltschaft Halle DVDs mit Kinderpornos gefunden. Ob das Material unter den Insassen sogar getauscht wurde, steht noch nicht fest. Das Sozialministerium hat alle DVD-Geräte beschlagnahmt.

Die Polizei hat in einem Fachkrankenhaus für psychisch kranke Straftäter in Sachsen-Anhalt möglicherweise einen Tauschhandel mit kinderpornografischen Bildern und Filmen aufgedeckt. Es bestehe der Verdacht, dass Insassen des Maßregelvollzugs in Uchtspringe verbotene Bilder und Filme getauscht hätten, teilte die Staatsanwaltschaft Halle am Freitag mit.

Auf einer DVD sei die Vergewaltigung eines unter zehn Jahre alten Mädchens zu sehen, sagte der Leiter der Zentralstelle für Ermittlungen gegen Kinderpornografie in Sachsen-Anhalt, der hallesche Oberstaatsanwalt Peter Vogt, der DPA. Der Verdacht hatte sich zunächst gegen vier Insassen des Hauses gerichtet.

Bei der Durchsuchung von rund 200 Räumen wurden den Angaben zufolge 27 DVDs und zwei DVD-Rekorder sichergestellt. "Es ist zwar noch viel Spekulation dabei, aber es sind definitiv kinderpornografische Szenen zu sehen", sagte der hallesche Staatsanwalt Klaus Wiechmann dem Sender Radio Brocken. Mit einem der Rekorder hätten DVDs auch vervielfältigt werden können.

Das für den Maßregelvollzug in Sachsen-Anhalt zuständige Sozialministerium teilte mit, dass "vorsorglich alle elektronischen Abspielgeräte mit Speicherfunktion sowie Datenträger" beschlagnahmt worden seien. Zu klären sei, wie das kinderpornografische Material in die Klinik gelangt sei.

Die Untersuchung der Filme und Bilder wird vermutlich längere Zeit in Anspruch nehmen. "Die Auswertungen des Materials laufen", sagte Oberstaatsanwalt Vogt. Der Leitung des Hauses könnten aus jetziger Sicht keine Vorwürfe gemacht werden. Die Ermittler seien eine halbe Stunde nach der Entdeckung des Materials informiert worden.

Sämtliche Lockerungen des Maßregelvollzugs seien dann außer Kraft gesetzt worden. In dem Maßregelvollzug werden psychisch kranke Straftäter eingewiesen, darunter auch Sexualstraftäter. Die dort dauerhaft untergebrachten Menschen gelten als schuldunfähig, aber zugleich als Gefahr für die Allgemeinheit.

DPA DPA

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