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Schlüssel vergessen: Betrunkener klettert 14 Stockwerke hoch

Was tun, wenn man seine Schlüssel vergessen hat und im 14. Stock wohnt? So mancher würde einen Schlüsseldienst holen oder bei einem Nachbarn klingeln. Ein 23-Jähriger aus Neubrandenburg hat sich dafür entschieden, einfach zu klettern.

Er vergaß den Schlüssel zu seiner Wohnung und kletterte deshalb 14 Etagen an einer Plattenbau-Fassade hoch. Bei dieser waghalsigen Spiderman-Aktion in Neubrandenburg hat sich ein betrunkener 23-Jähriger am frühen Freitagmorgen allerdings verirrt. Wie eine Polizeisprecherin sagte, landete der gut durchtrainierte Kletterer auf dem Balkon eines Nachbarhauses in 35 Metern Höhe. "Eigentlich wohnt der junge Mann im Nachbaraufgang, und der hat nur elf Etagen", sagte eine Anwohnerin.

Bei seiner Klettertour um 4.30 Uhr morgens muss sich der Mann immer an Vorsprüngen der Fassade von Balkon zu Balkon gehangelt haben - bis ganz nach oben. Ein Anwohner bemerkte den Entkräfteten, als der nicht mehr weiter wusste. Er holte die Feuerwehr, weil niemand in der Wohnung war, die zu dem Balkon gehört. Die Rettungskräfte brachen die Tür der Wohnung auf und holten den Kletterer hinein.

Höchstleistung mit 1,7 Promille

Der junge Mann hatte nach Angaben der Polizei einen liebevollen Grund für die waghalsige Aktion: Er habe seine schlafende Freundin nicht wecken wollen, sagte er demnach. Die Feuerwehr klingelte die Frau dann doch in der Wohnung ganz oben im Nachbarhaus aus dem Bett.

Bei dem Kletterer wurden 1,7 Promille Alkohol festgestellt. Bei seiner Tour muss er aber sehr leise vorgegangen sein: "Ich war um diese Zeit wach, aber ich habe nichts mitbekommen", sagte eine Nachbarin , die seit Jahren im fraglichen Aufgang mit den 14 Etagen wohnt.

Fitness bei der Bundeswehr antrainiert

Gesprächsthema Nummer eins war Neubrandenburgs "Spiderman" am Freitag auch im Friseursalon im Erdgeschoss. Dort hieß es, der sportliche Typ habe seine Fitness bei der Bundeswehr erworben. "Bei uns ist so etwas noch nie vorgekommen", staunte auch ein Sprecher der Neubrandenburger Wohnungsbaugenossenschaft (Neuwoba), die das Hochhaus verwaltet.

dho/AFP / AFP
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