Somalia Polizei befreit entführten Deutschen


Die Geiselnahme eines Deutschen und seiner einheimischen Ehefrau in Somalia ist beendet. Einsatzkräfte der Polizei stürmten das Lager der Entführer und befreiten das Paar. Dabei kam es zu einer blutigen Schießerei.

Ein seit Samstagabend in Somalia entführter Deutscher und seine einheimische Frau sind wieder frei. Die Polizei habe am Montag vor Morgengrauen das Versteck der Entführer angegriffen und die Geiseln gerettet, teilten die somalischen Behörden am Montag mit. Dabei sei es zu einer Schießerei gekommen, bei der zwei Entführer schwer verletzt wurden. Das Paar war am Samstagabend auf dem Weg zu Verwandten der Frau in der Region Bossaso ins Bergland verschleppt worden.

Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Regierung und ist geprägt von Gewalt und Bürgerkrieg. Während sich im Süden und im Zentrum des Landes Regierungssoldaten und islamische Rebellen bekämpfen, gilt der Norden des Landes am Horn von Afrika als relativ stabil. Dort häufen sich allerdings in den Küstenregionen Piratenüberfälle. Derzeit halten Seeräuber fast ein Dutzend Schiffe und ihre Besatzungen gefangen.

Am Montag wurde ein weiterer Überfall auf ein Schiff gemeldet. Bewaffnete hätten vor Somalia einen zweiten griechischen Frachter mit 19 Mann Besatzung in ihre Gewalt gebracht, berichtete die Piratenmeldestelle des Internationalen Schifffahrts-Büros (IMB) in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Die Piraten hätten sich mit drei Schnellbooten genähert und den Frachter aufgebracht, der unter der Flagge der Bahamas fuhr. Der Überfall habe sich am Sonntag ereignet.

Bereits am Donnerstag hatte eine Bande in derselben Region einen griechischen Frachter unter maltesischer Flagge mit 25 Mann an Bord überfallen. Nach Angaben der IMB sind in den Gewässern vor Somalia in diesem Jahr 56 Schiffe angegriffen worden. Durch den Golf von Aden zwischen dem Roten Meer und dem Indischen Ozean fahren im Jahr rund 20.000 Schiffe.

DPA/Reuters DPA Reuters

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