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Trauer um die Opfer von Las Vegas: "Er hatte eine gute Zeit, dann wurde er in den Hals getroffen"

Stephen Paddock löschte an einem Abend in Las Vegas 59 Leben aus. Seine Opfer waren Countryfans, Lehrer, Fischer und Liebende. Die Überlebenden trauern mit herzzerreißenden Worten um ihre Liebsten.

Was bleibt: Ein 64-Jähriger hat in Las Vegas 59 Menschenleben ausgelöscht

Was bleibt: Ein 64-Jähriger hat in Las Vegas 59 Menschenleben ausgelöscht

Da oben, im 32. Stock des "Mandala Bay Resort and Casino", nur er und seine Feuerwaffen: Stephen Paddock. Zwei ausgezackte Löcher klaffen in der perfekten Oberfläche des Hotels. Hier hämmerte Paddock, wohl mit einem Spezialwerkzeug, zwei Löcher in die raumschiffgleiche Außenhaut, hinter der er Podeste für seine Gewehre errichtet hatte. Dann zog er den Abzug. Nur zum Nachladen ließ er los.

Paddock schoss auf die da unten, die Menschen am Las Vegas Strip, die 20.000 Besucher eines Country-Festivals. Als der 64-Jährige das Feuer eröffnete, dachten einige erst an ein Feuerwerk. Dann bohrten sich Kugeln in die Körper. Niemand wusste woher der Tod kam. Aktuellen Informationen zufolge ließen in dieser Nacht in Las Vegas 59 Menschen ihr Leben, Hunderte wurden verletzt. Es ist das blutigste Verbrechen in der jüngeren Kriminalgeschichte der USA. 

Täter Paddock ist 64 Jahre alt, ein pensionierter Buchhalter, wohnhaft in einer Kleinstadt 120 Kilometer nordöstlich von Las Vegas, graue Haare, Bart. Seine Opfer waren Krankenpfleger, Lehrer, Großmütter, Liebende, ein Lachsfischer aus Alaska. Menschen, die sich schon lange auf das Festival gefreut hätten, berichtet die "New York Times". Menschen, die in den Wochen und Tagen davor auf ihren Social-Media-Kanälen gepostet hätten: Nur noch so und so viele Tage. Nicht alle der 59 Opfer konnten die Behörden bisher identifizieren. Doch Familien und Freunde nehmen bereits Abschied.

Was bleibt: Ein 64-Jähriger hat in Las Vegas 59 Menschenleben ausgelöscht

Was bleibt: Ein 64-Jähriger hat in Las Vegas 59 Menschenleben ausgelöscht


Schießerei in Las Vegas: Adrian M. starb in den Armen seines Freundes

Da war Adrian M., ein hockeybegeisterter Kerl aus Alaska, der einen besonders harten Sommer hinter sich hatte. 16 Stunden am Tag hätte er gearbeitet, berichtet die "NYT", jetzt habe er sich für die erfolgreiche Fischereisaison belohnen wollen, sagte seine Schwester der Zeitung. Deshalb sei er mit einem Freund nach Las Vegas gereist. In seinen Armen sollte er sterben. "Er hatte eine gute Zeit, genoss den Abend und wurde dann in den Hals getroffen", sagte die Schwester. "Er starb in meinen Armen. Ich weiß nicht, was ich jetzt noch sagen soll", schrieb der Freund dem Artikel zufolge auf Facebook. "Es tut mir so leid."

Dieses Jahr wollte der Ehemann von Lisa R. alles richtig machen: Nachdem er vergangenes Jahr ihren Hochzeitstag vergessen hätte, habe er dieses Mal Tickets für Jason Aldean, den Lieblingscountrysänger seiner Frau, gekauft und einen Vier-Tages-Trip nach Las Vegas geplant, berichtet die "NYT". "Sie war total aufgeregt", sagte eine Freundin. "Das war eine große Sache für sie." Lisa R. starb an diesem Abend. Ihren Tod bestätigte die Schule, für die sie arbeitete. R. stammte aus einer Kleinstadt in New Mexico und war Mutter von drei Kindern.

Las Vegas: "Er rettete mein Leben und verlor seines"

Als Krankenpfleger Sonny M., 29 aus Tennessee die Gefahr erkannte, schnappte er laut Medienberichten seine Heather G. und begann zu laufen. Seit einem Jahr war das Paar verheiratet, den ersten Jahrtag wollten sie in Las Vegas feiern. "Ich spürte, wie er in den Rücken getroffen wurde", sagte Heather G. amerikanischen Medien. Sonny sei der gütigste, der liebevollste Mann gewesen, den sie jemals getroffen habe. Jeder solle das wissen, aber "jetzt gerade kann ich kaum atmen". "Er rettete mein Leben und verlor seines."

Nach dem Anschlag schrieb Christopher W. auf Facebook über Vögel, die hoch am Himmel fliegen. Freiheit. "Von da oben wirst du lächelnd auf uns herunterblicken." Chris W. hat bei der Schießerei am Las Vegas Strip seine Verlobte Sandy C. verloren. Sandy C., 35 war Sonderschullehrerin in Kalifornien. Ein Arbeitskollege beschreibt sie in der "New York Times" als "eine Person, die alles erhellt". Chris W. schrieb online: "Sie machte mich zum glücklichsten Menschen der Welt."

Las Vegas: Ein letztes Selfie, ein letztes Lächeln, dann ist sie tot

Auf dem Foto, das Denise B. auf Facebook postete, scheint die Sonne in Las Vegas noch. Ihr Mann und sie vorne, lächelnd, Sonnenbrillen im Haar, im Hintergrund eine Konzertbühne. Kurze Zeit später sollte hier Stephen Paddock in die Menge schießen und eine Freundin von Denise B. unter das Foto schreiben: "Seid ihr okay??" Denise B. antwortete nicht. Laut Medienberichten schrieb Ehemann Tony B. auf Facebook: "Es macht mich so traurig, sagen zu müssen, dass ich meine Frau - seit 32 Jahren - verloren habe, zweifache Mutter, bald fünffache Großmutter. Denise starb in meinen Armen. Ich liebe dich, Babe."

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pg
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