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Urteil: Wegen Schmerzmitteln: Britin muss in Ägypten drei Jahre ins Gefängnis

Sie wollte ihrem Ehemann in Ägypten nur ein paar Schmerzmittel mitbringen. Am Flughafen von Hurghada wurde Laura Plummer wegen Medikamentenschmuggel verhaftet. Jetzt fiel das Urteil gegen die junge Britin.

In Ägypten wurde eine Britin zu drei Jahren Haft verurteilt, weil sie ihrem Ehemann Medikamente mitbringen wollte (Symbolfoto)

In Ägypten wurde eine Britin zu drei Jahren Haft verurteilt, weil sie ihrem Ehemann Medikamente mitbringen wollte (Symbolfoto)

290 Tramadol-Tabletten und etwas Naproxen hatte Laura Plummer im Gepäck, als sie am 9. Oktober nach Ägypten flog. Die Medikamente waren für ihren ägyptischen Ehemann Omar bestimmt, der seit einem Unfall vor zwei Jahren an Rückenschmerzen litt. Doch am Flughafen von Hurghada klickten bei der 33-Jährigen die Handschellen. Denn was die Frau offenbar nicht wusste: Tramadol gilt in Ägypten als Ersatz für Heroin verwendet wird deshalb als Droge eingestuft. Ein Gericht hat die junge Frau jetzt zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt, wie die englische Zeitung "The Guardian" berichtet.

Plummers Mutter Roberta Sinclair war für die Anhörung ihrer Tochter extra nach Ägypten gereist. Sie sagt, ihre Tochter habe keine Ahnung gehabt, dass sie etwas Illegales macht und auch nicht versucht, die Schmerzmittel zu verstecken.

Anwalt legt Berufung ein

Fünf Stunden lang sei die junge Frau nach Angaben ihrer Mutter am Flughafen festgehalten worden. Ohne Dolmetscher. Im Glauben, es diene ihrer Freilassung, habe sie dann ein auf arabisch verfasstes Dokument unterschrieben. Doch statt sie freizulassen, habe man sie in ein Gefängnis gebracht, wo sie unter schrecklichen Bedingungen festgehalten worden sei. Zusammengepfercht mit 25 anderen Frauen in einer 25 Quadratmeter großen Zelle ohne Betten habe sie seitdem auf ihren Prozess gewartet. Laut ihren Anwälten drohte Plummer ursprünglich sogar die Todesstrafe. 

Plummer lernte ihren ägyptischen Ehemann vor vier Jahren kennen. Seitdem besuchte die junge Frau ihn bis zu vier Mal im Jahr. Diesmal wollte sie zwei Wochen mit ihm in einem Resort am Roten Meer entspannen. Die Medikamente ließ sie sich von einem Arbeitskollegen besorgen. Der Anwalt der Familie hat Berufung gegen das Urteil eingelegt, heißt es. 

jek