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Dänemark Pfarrer ermordet seine Frau und will sie in Säure auflösen – 15 Jahre Haft

Der Verurteilte Thomas G. (Bild gepixelt)
Der Angeklagte Thomas G. wurde zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt
© Nordsjaellands Polit / Imago Images
Ein spektakulärer Mordfall in Dänemark endete mit einer langen Haftstrafe für einen Pfarrer. Der Täter fürchtete eine Scheidung und plante detailliert den brutalen Mord an seiner Frau, den er auch noch vertuschen wollte.

Wegen des Mordes an seiner 43 Jahre alten Frau ist ein 45-jähriger ehemaliger Pfarrer in Dänemark zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht in der Stadt Hillerød verurteilte den Angeklagten am Dienstag zusätzlich wegen "ungehöriger Behandlung ihrer Leiche", wie die Polizei Nordsjælland in einer Pressemitteilung bekannt gab. Die Verteidigung forderte 13 Jahre Haft.

Vor Gericht gestand der Angeklagte Thomas G. den Mord an seiner Frau sowie die Zerstückelung der Leiche und dass er diese beseitigen wollte. Sein Geständnis hat keine mildernde Wirkung auf das Urteil, wie die Richterin Betina Heldmann bei der Urteilsverkündung am Dienstagabend verkündete. "Es war eine sorgfältig geplante Aktion. Sie haben Mittel gekauft und im Voraus eine Vertuschungsgeschichte geplant", sagte Heldman während der Urteilsverkündung. Laut Staatsanwaltschaft habe er To-do-Listen angefertigt.

Angeklagter vertuschte Spuren

Im Oktober vergangen Jahres schlug Thomas G. im gemeinsamen Garten seiner Frau mit einem Stein auf den Hinterkopf und hielt sie mehrere Minuten lang an Mund und Nase fest, sodass sie erstickte.

"Ich muss sagen, dass die Umstände des Falles eher ungewöhnlich waren. Jetzt ist das Urteil gefallen, und ich bin zufrieden, dass das Gericht meiner Forderung nach 15 Jahren Gefängnis gefolgt ist", sagte Staatsanwältin Anne-Mette Wedel Seerup. "Er war geschickt. Richtig geschickt", fügte sie über Thomas G. hinzu.

Der Angeklagte habe alles in seiner Macht Stehende getan, um die Tat zu verschleiern, so die Staatsanwältin laut der Zeitung "Berlingske". G. habe demnach Salzsäure und andere Gegenstände wie eine Tonne beschafft, um die Leiche seiner Frau zu beseitigen. Er sei dabei von der Fernsehserie "Breaking Bad" inspiriert worden.

"Er hat darauf geachtet, den Verlauf auf seinem Telefon zu löschen und sein Telefon zu Hause zu lassen. Und er hat mit Bargeld bezahlt, sodass er keine digitalen Spuren hinterlassen hat", sagte Anne-Mette Seerup.

Bilder aus Überwachungskameras überführten Mörder

Nach dem Mord fuhr G. die Leiche auf ein verlassenes Landgut, wo er viele Liter Säure und Natronlauge über die Tote goss, wie der dänische Rundfunk "Danmarks Radio" berichtet. Allerdings sei er mit der Wirkung der Chemikalien nicht zufrieden gewesen. Deshalb habe er beschlossen, sie zu vergraben. Später habe er beschlossen, die Leiche zu verbrennen.

Die getötete 43-jährige Psychologin wurde im Oktober vergangenen Jahres zuerst als vermisst gemeldet, worauf eine Suchaktion folgte. Ihr Mann sagte damals aus, sie habe die Wohnung in einem "niedergeschlagenen Zustand" verlassen. Kurze Zeit später leitete die Polizei aber Mord-Ermittlungen ein. Wenige Wochen nach dem Verschwinden der getöteten Frau wurde Thomas G. festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht.

Aufnahmen von Überwachungskameras führten die Ermittler auf die Spur des Pfarrers. "Er wurde nur zehn Tage vor der Löschung der Videoüberwachung festgenommen", sagte Seerup vor Gericht und verwies darauf, dass Material von Überwachungskameras nach 30 Tagen gelöscht werden muss.

Mordfall Maria A. aus Hamburg

"Habe unseren Kindern bedingungslose Liebe genommen"

Der 45-jährige Angeklagte bestritt lange Zeit, etwas vom Tod seiner Frau gewusst zu haben. Aber im Juni dieses Jahres gab er der Polizei Hinweise, die dazu führten, dass die Leiche gefunden wurde.

Vor Gericht kam außerdem heraus, dass Thomas G. seit Jahren eine Affäre und Eheprobleme hatte. G. war zuvor verheiratet und hatte keine guten Erfahrungen mit der Scheidung gemacht, wie der Fernsehsender TV2 berichtet. Seine Frau habe sterben müssen, weil er Frieden wollte.

Der Pfarrer hatte das letzte Wort vor Gericht. "Ich habe im Alleingang die Entscheidung getroffen, ihrer Zukunft und ihren Träumen ein Ende zu setzen. Gleichzeitig habe ich unseren Kindern ihre bedingungslose Liebe genommen – ihre Mutter", sagte er und fügte hinzu, dass niemand Mitleid mit ihm haben sollte und dass er selbst an der Situation, in der er sich befinde, schuld sei. "Ich bin schuldig, euch alle getäuscht, gelogen und manipuliert zu haben. Ich bin an einer kompletten Tragödie schuld."

Quellen: Polizei Nordsjælland, "Berlingske", Danmarks Radio, TV2

rw

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