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Bluttat in Florida: Geiselnehmer erschießt vier Kinder

21 Stunden lang verbarrikadiert sich ein Geiselnehmer in einem Wohnhaus in Florida - am Ende sind vier Kinder und der 35-Jährige tot. "Wir haben uns um eine friedliche Lösung bemüht", sagt ein Polizeibeamter.

Polizisten am Tatort der Geiselnahme in Florida

Nach der Geiselnahme in Florida herrscht Fassungslosigkeit bei den eingesetzten Polizeibeamten

DPA

Trotz intensiver Bemühungen der Polizei sind bei einer Geiselnahme in Florida vier erschossen worden. Auch der Täter wurde tot in einer Wohnung in Orlando aufgefunden. Das Drama begann in der Nacht zu Montag um kurz vor Mitternacht, eine Frau hatte um Hilfe gerufen. Beim Eintreffen der Polizei verletzte der Mann einen Beamten schwer und verbarrikadierte sich fast 21 Stunden lang - gefolgt von andauernden Verhandlungen und einem blutigen Ende.

Die Kinder waren eins, sechs, zehn und elf. Zwei von ihnen sollen die eigenen des Täters sein, zwei die seiner Freundin, berichteten der TV-Sender CNN und andere Medien unter Berufung auf die . Was den Mann in dem Apartmentkomplex zu seiner Tat trieb, war zunächst unklar. Er hat nach Informationen des "Orlando Sentinel" eine kriminelle Vorgeschichte, wurde immer wieder wegen häuslicher Gewalt straffällig. Gerichtsunterlagen zufolge versuchte er einmal, während eines Streits ein Haus niederzubrennen. Bei einem anderen Vorfall griff er eine Frau mit einem Messer an, die ihr Kind auf dem Arm hatte. Er war mehrfach verhaftet worden.

Polizei in Florida setzte auf Verhandlungen

Um 23.45 Uhr (Ortszeit) war der Notruf bei der Polizei eingegangen. Die Freundin des Mannes hatte sich in ein nahegelegenes Restaurant geflüchtet. Als die Beamten an dem Apartment eintrafen, wurde einem der Polizisten ins Auge geschossen. Am Dienstag hieß es, sein Zustand sei kritisch, er werde aber überleben. Anwohner des Apartmenthauses mussten während des Polizeieinsatzes ihre Wohnungen verlassen. Die Polizei berichtete auf einer Pressekonferenz, dass sie ständig Kontakt mit dem Geiselnehmer gehabt habe. Sie wollte ihm sogar ein besseres Telefon zukommen lassen, um die Kommunikation zu erleichtern. Bei der geplanten Übergabe hätten die Polizisten den toten Körper eines Kindes gesehen. 

"Wir haben uns um eine friedliche Lösung bemüht", sagte Polizeichef John Mina. Leider sei es zu einem tragischen Ende gekommen. Der 35-Jährige habe die Kinder getötet, danach erschoss er sich in einem Schrank. Wie lange die Kinder schon tot waren, als die Polizisten schließlich in die Wohnung eindrangen, war unklar. 

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wue / DPA
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