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Frankfurter Mordprozess: Lebenslange Haft für "Lasermann" John Ausonius

In Schweden hat er bei seinen Taten ein Gewehr mit Laserzielvorrichtung benutzt, daher der Spitzname "Lasermann" für den Schweden John Ausonius. Jetzt wurde er in Deutschland verurteilt - für einen Mord, der ein Vierteljahrhundert zurückliegt.

Der als "Lasermann" bekanntgewordene Schwede John Ausonius im Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts

Der als "Lasermann" bekanntgewordene Schwede John Ausonius im Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts

Wegen eines Mordes vor fast 26 Jahren hat das Landgericht Frankfurt einen 64-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Der als "Lasermann" bekannt gewordene Schwede John Ausonius wurde am Mittwoch für schuldig befunden, einer Frau am 23. Februar 1992 auf deren Nachhauseweg aufgelauert und sie mit einem Kopfschuss getötet zu haben. Er habe ihre Handtasche haben wollen, in der er sein elektronisches Notizbuch vermutet haben soll. Laut Anklage glaubte er, dass die Frau ihm das Gerät aus seiner Manteltasche genommen habe. Die Kammer ordnete auch die  Sicherungsverwahrung des als gemeingefährlich geltenden Mannes an. Ausonius hatte die Tat im Prozess bestritten.

"Die Kammer hält den Angeklagten für die Allgemeinheit für sehr gefährlich", sagte  die Vorsitzende Richterin Bärbel Stock. Es handle sich um einen "Gewohnheitstäter mit eingeschliffenem Verhaltensmuster". Er habe sich "bewusst für ein kriminelles Leben entschieden".

Opfer hatte mehrere Konzentrationslager überlebt

Ausonius musste sich in Frankfurt wegen des Todes der 68 Jahre alten Blanka Zmigrod verantworten. Die Frau, die mehrere Konzentrationslager überlebt hatte, arbeitete in Frankfurt als Garderobenfrau. 

Nach Überzeugung des Gerichts folgte Ausonius ihr von einem Restaurant am Opernplatz mit einem Fahrrad und schoss ihr schließlich auf ihrem Heimweg seitlich in den Kopf. Er nahm der Frau demnach ihre Handtasche ab und fuhr davon. "Sie hat mehrere KZs überlebt, aber nicht die Begegnung mit dem Angeklagten", sagte Richterin Stock.

Das Gericht habe nicht die "geringsten Zweifel", dass Ausonius die Tat begangen habe. "Eine lückenlose Indizienkette belegt sein Schuld." Der Angeklagte hatte zu den Vorwürfen in dem Prozess geschwiegen. Die Richter folgten mit ihren Urteil weitgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft, lediglich die besondere Schwere der Schuld stellten sie nicht fest.

Verteidigung wollte Freispruch für John Ausonius

Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert. Anwalt Joachim Bremer kündigte direkt nach der Urteilsverkündigung an, Revision einlegen zu wollen. Von einer "lückenlosen Indizienkette" könne nicht ausgegangen werden. Ausonius bleibt nach seinen Angaben nun zunächst in Deutschland im Gefängnis, bis über eine Revision entschieden ist. Wenn das Urteil rechtskräftig werden sollte, wird er nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Verteidigung aber wieder nach Schweden ausgeliefert. Dort würde er dann weiter in Haft bleiben.

In Schweden war Ausonius bereits 1995 wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er Anfang der 90er Jahre auf mehrere Migranten geschossen hatte. Ein Mann starb. Da er bei den Schüssen mehrfach ein Gewehr mit Laserzielvorrichtung benutzte, wurde er als "Lasermann" bekannt. Ende 2016 wurde er für den Frankfurter Prozess nach Deutschland ausgeliefert.

anb / AFP / DPA