STICHWORT Wiederaufarbeitung und ihre Kontrollinstanzen


Wenn in Reaktoren Uran-Atome zur Energieerzeugung gespalten werden, entsteht der Bombenrohstoff Plutonium.

Wenn in Reaktoren Uran-Atome zur Energieerzeugung gespalten werden, entsteht der Bombenrohstoff Plutonium. Für den Einsatz in so genannten Mischoxid (Mox)-Brennelementen wird das hochgefährliche Plutonium aus abgebrannten Brennelementen herausgetrennt. Das geschieht in den Wiederaufarbeitungsanlagen.

Mox-Brennelemente sind deutlich teurer als herkömmliche Uran- Brennelemente. Bei der Wiederaufarbeitung anfallende, nicht weiter verwendbare leicht- und mittelradioaktive Stoffe werden zementiert, hochradioaktive Stoffe werden in so genannten Kokillen für die endgültige Lagerung verglast.

In Deutschland gibt es keine Wiederaufarbeitungsanlage. Die Pläne für eine solche Anlage im bayerischen Wackersdorf, die jahrelang für massive Proteste von Atomkraftgegnern gesorgt hatten, wurden fallen gelassen. Atommüll aus Deutschland wurde zur Wiederaufarbeitung in die Anlagen im französischen La Hague und im britischen Sellafield transportiert.

Land führt Atomaufsicht

Die Atomaufsicht über den Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) hat das Land Baden-Württemberg. Wie in den meisten Bundesländern ist die zuständige Behörde das Umweltministerium. Nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist die Landesbehörde zuständig für die Überwachung der Sicherheitsvorkehrungen in den Atomanlagen und kerntechnischen Einrichtungen. Die Aufsicht über alle Anlagen in Deutschland hat das Bundesumweltministerium, dem gegenüber die Landesbehörden informationspflichtig sind.

Die Informationen werden im Haus von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ausgewertet und gegebenenfalls an die Beratungsgremien wie Bundesamt für Strahlenschutz, Gesellschaft für Reaktorsicherheit oder Reaktorschutzkommission weitergeleitet.

Den rechtlichen Rahmen für den Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage gibt das Atomgesetz vor. Die Details regeln bundeseinheitliche Verwaltungsvorschriften. Sie schreiben unter anderem vor, wie bei Störfällen zu verfahren ist oder wie Ereignisse eingestuft werden.


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