Telekom-Streik Tote Leitungen in Haselhorn

Seit Pfingsten ist ein Dörfchen in Niedersachsen nach einem Blitzeinschlag vom Telefonnetz abgeschnitten. Reparaturarbeiten sind bisher am Telekom-Streik gescheitert, sagen die Bewohner. Die Dorfgaststätte mutierte inzwischen zur Nachrichtenzentrale.

Ländlich abgeschieden ist das 300-Seelen-Dorf Haselhorn ohnehin, derzeit ist das niedersächsische Örtchen bei Nienburg/Weser aber auch telefonisch von der Außenwelt abgeschnitten. Seit ein Blitz vor knapp zwei Wochen das digitale Telekom-Netz lahm legte, geht auf modernen Kommunikationswegen fast nichts mehr. "80 Prozent der Haushalte sind seit Pfingsten betroffen. Fax, Internet, Telefon - einfach alles", sagte der Haselhorner Unternehmer Heinfried Gieseking und bestätigte einen Bericht des "Mindener Tageblatts".

Hintergrund des fast 14-tägigen Ausfalls ist aus Sicht der Dorfbewohner der anhaltende Streik bei der Telekom. "Wir werden immer wieder vertröstet, keiner kümmert sich", beklagt Gastwirt Lothar Gräper. Eine Telekomsprecherin kündigte am Mittwoch an, Hintergründe der Störung sowie der bislang ausgebliebenen Behebung ermitteln zu wollen. Genaueres konnte sie zunächst nicht sagen.

Auch Handys funktionieren nicht

Auch das Handy hilft den Haselhorner nicht weiter: Das zur Gemeinde Warmsen gehörende Dorf liegt in einem Funkloch, Handy-Verbindungen seien meist nur auf der Straße möglich, erklärt Sandgruben-Betreiber Gieseking. Bei ihm gehen kaum noch Aufträge ein, da der übliche Kontaktweg per Fax nicht funktioniert.

Gräpers Gaststätte mit einem der wenigen noch funktionstüchtigen Anschlüsse entwickelte sich in den vergangenen Tagen zu einer Art Telefonzentrale des Örtchens. "Und Neuigkeiten gibt’s wie früher auf der Straße - da ist jetzt mehr los als sonst." Als letzten Ausweg suchen die Bürger Hilfe in der Politik. Landtagsabgeordneter Karsten Heineking (CDU) hat bereits seine Verbindungen bis nach Berlin spielen lassen - bisher aber ohne Erfolg.

DPA DPA

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