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Spenden verprasst Vermeintliches Krebs-Opfer erschwindelt 360.000 Pfund – und zahlt nur 5 Pfund zurück

Mit einem alten Krankenhausbild warb Nicole E. um Spenden für eine vermeintliche Krebs-OP
Mit einem alten Krankenhausbild warb Nicole E. um Spenden für eine vermeintliche Krebs-OP
Eine Engländerin hat mit einer ausgedachten Krebsgeschichte hohe Spendensummen erschlichen. Der Betrug wurde enttarnt, doch das Geld ist weg.

Nicole E. aus Kent im Südosten Englands hat es mit ihrer Krebsgeschichte zu einiger Berühmtheit gebracht. Was vor allem daran liegt, dass sie gar kein Krebs hatte. Die Erkrankung der Eierstöcke, an der sie die Welt mittels einer GoFundme-Kampagne teilhaben ließ, war nur ausgedacht. Trotzdem schaffte sie es, für eine vermeintlich dringend benötigte Operation Zehntausende Pfund an Spenden einzutreiben. Für die Crowdfunding-Seite hatte sie einfach ein altes Bild genommen, das sie nach einer Gallenblasen-Operation im Krankenhaus zeigte.

Ein Arzt enttarnte den Betrug, der Fall landete vor Gericht, wo E. Anfang 2021 zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Es handle sich um einen "gerissenen und manipulativen" Betrug, so der Richter. Doch die 45.000 Pfund (rund 52.000 Euro), die sie mit der GoFundMe-Kampagne erschwindelt hat, sind offenbar nicht der einzige Schaden, den sie angerichtet hat. Nachdem die Krebslüge aufgeflogen war, kamen weitere Ungereimtheiten ans Licht. So knöpften sich Ermittler auch ein Boxevent mit Galadinner vor, das E. vor einigen Jahren ausgerichtet hatte, um angeblich Spenden für karitative Zwecke einzutreiben. Insgesamt schätzen Ermittler den Schaden der betrügerischen Aktivitäten auf 360.000 Pfund, berichten britische Medien. 

Das Geld ist weg

Dass die gutgläubigen Spender ihr Geld wiedersehen, ist unwahrscheinlich. Ein Gericht ordnete nun an, dass E. in den nächsten 28 Tagen ganze 5 Pfund zurückzahlen muss. Mehr ist bei der verurteilten Betrügerin offenbar nicht zu holen. Es gebe keine realistischen Aussichten, dass sie die Summe zurückzahlen könne, da E. über keinerlei Vermögenswerte verfüge, stellte das Gericht fest.

Das Geld hat E. offenbar komplett verprasst. Bei der Gerichtsverhandlung zu dem Onlinebetrug war herausgekommen, dass E. von dem Geld Spielschulden beglichen und Luxus-Trips nach Barcelona und Rom bezahlt hatte.

Quellen: The Sun / Kent Online / BBC

bak

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