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Video Erster Prozess um Corona-Ansteckungen im Skiort Ischgl beginnt

Vor dem Wiener Landgericht hat ein Prozess gegen die österreichischen Behörden wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Ischgl im Frühjahr 2020 begonnen. Die Witwe und der Sohn eines Mannes, der im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung gestorben war, fordern rund 100.000 Euro Schadenersatz vom österreichischen Staat. Der 72-jährige Mann soll sich bei der überstürzten Abreise aus Ischgl infiziert haben. Der Skiort Ischgl in Tirol gilt als einer der ersten europäischen Corona-Hotspots. Im März 2020 hatten sich hier etliche Menschen angesteckt. Im Kern der Kritik steht eine Pressekonferenz von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Der Regierungschef verkündete am 13. März 2020, dass das Gebiet rund um Ischgl ab sofort isoliert werde. Daraufhin setzte eine hastige Flucht ein. Viele Touristinnen und Touristen versuchten, mit dem Bus zum Bahnhof zu gelangen, was aufgrund von Staus deutlich länger dauerte. Auf dieser Fahrt infizierte sich auch der Mann, dessen Angehörige am Freitag vor Gericht in Wien klagen. Aus Sicht der Kläger führte die von den Behörden schlecht organisierte Evakuierung des Ortes zu chaotischen Zuständen, die zahlreiche Infektionen auslösten und zur Weiterverbreitung des Virus in andere Länder beitrug. Unterstützt wird die Klage vom Verbraucherschutzverein (VSV). Es soll nur die erste in einer ganzen Reihe von Klagen werden. Die österreichische Regierung weist jede Schuld von sich. Eine unabhängige Expertenkommission war zu dem Schluss gekommen, dass die Ankündigung von Kanzler Kurz zwar zu Panik geführt habe. Es sei aber kein generelles Versagen festzustellen, hieß es.
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Die Kläger werfen der österreichischen Regierung mangelndes Krisenmanagement vor.

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