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Video Forscher warnt vor immer mehr Hitzetoten

STORY: Nicht nur, wer bei hohen Temperaturen in der Sonne arbeiten muss, sondern auch andere Menschen, leben während der aktuellen Hitzewelle gefährlich. In den drei Sommern 2018 bis 2020 sind in Deutschland mehr als 19.000 Menschen aufgrund der Hitze gestorben. Das zeigt eine Auswertung des Robert Koch-Instituts, des Deutschen Wetterdienstes und des Umweltbundesamts. Und diese Zahlen könnten noch deutlich steigen, warnt Hitzeforscher und Senior-Professor an der Berliner Charité, Christian Witt: "Ganz sicher hat das was mit der Klimakrise zu tun. Und im angloamerikanischen ist ja auch der Begriff des Earth Warming mehr prädestiniert als bei uns noch. Und den finde ich eigentlich treffender. Diese Erwärmung, die haben wir eben vor 20, 30 Jahren nicht gehabt und wir müssen mit der sich verändernden Umwelt, das haben wir jetzt, die Umwelt verändert sich, mit der müssen wir besser fertig werden. Wir sind eigentlich dieselben geblieben, haben uns natürlich auch über die Jahrzehnte etwas angepasst, aber offensichtlich nicht genug. Sonst würden wir jetzt nicht diese Probleme haben." Bei Temperaturen von mehr als 35 Grad müssten sich besonders ältere Menschen schützen, sagt Witt. Die Hitze könne das Herz-Kreislauf-System stark belasten und bestehende Beschwerden wie etwa Atemwegserkrankungen verstärken. "Erstmal ist, dass alle Verantwortung nehmen, erkennen, dass Hitze nicht nur wunderbar 'Hallo Sommer', sondern eher 'Achtung Sommer', wenn er so heiß ist und trocken wie jetzt. Nicht nur für uns. Man sieht es ja auch bei unseren Pflanzen, wie sensibel die sind. Dass wir das wahrnehmen und uns dann eben auch zurückhaltend bewegen." Und auch die Unternehmen und Stadtarchitekten könnten viel tun, um die Lage erträglicher zu machen und die Zahl der Hitzetoten zu begrenzen: "Und man kann diese Zahlen halbieren. Alle, gut für uns zu wissen, wenn man Klimaschutz betreibt im Sinne von Klimatisierung, Beschattung, Begrünung von Fassaden, alles, was Sie hier sehen. Man kann hier viel mehr tun, um Gebäude und darin fungierende Menschen zu schützen." Entscheidend sei, dass man aufeinander achte und möglichst nicht alleine sei, wenn es kritisch werde, sagt Witt. Gerade, weil die Bevölkerung in Deutschland immer älter werde, sei das besonders wichtig.
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In den drei Sommern 2018 bis 2020 sind in Deutschland mehr als 19.000 Menschen aufgrund der Hitze gestorben. Diese Zahlen könnten noch deutlich steigen, sagt der Berliner Hitzeforscher Christian Witt.

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