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Video Iranisches Tinder soll Geburtenrate erhöhen

Weil die Geburtenrate seit Jahren zurückgeht, hat sich der Iran dazu entschieden eine Dating-App zur Heiratsvermittlung zu veröffentlichen. Die staatlich zugelassene Applikation wurde vor Kurzem von einem Parlamentsmitglied in Teheran vorgestellt. Hamdan - so heißt sie - verlangt eine Identitätsprüfung, führt einen Kompatibilitätstest und schon geht es los. Junge Singles sollen wieder heiraten. Denn das auf die traditionelle Art und Weise zu tun, wird immer unpopulärer. "Ich unterstütze es nicht auf traditionelle Weise einen Partner zu finden, also wenn die Familie ihn dir aussucht. Denn die Person hat am Ende kein Wort mitzureden. Ich bevorzuge dann schon eher eine App." "Eine meiner Verwandten hat im letzten Jahr jemanden über Instagram kennengelernt, obwohl sie beide sehr traditionell sind, haben sie sich getroffen, ein bisschen Zeit miteinander verbracht und haben sich nach sechs Monaten verlobt." Zudem wird befürchtet, dass junge Menschen aufhören werden, die ausländischen Apps wie Tinder über einen VPN-Umwandler zu benutzen. Westliche Partnervermittlung ist nach den islamischen Gesetzen des Irans nämlich verboten. Das iranische Volk ist gespalten. "Soweit ich weiß, finden 80 Prozent der Treffen online statt und etwa 20 auf traditionelle Weise. Sich traditionell kennenzulernen, ist extrem weniger geworden im Vergleich zu den letzten Jahren. Ich würde sagen, rund 50 Prozent sind glücklich und 50 nicht, weil die Scheidungsrate im Iran nochmal hochgegangen ist." "Es scheint, als ob diese Sache die Selbstachtung und Würde einer Frau infrage stellt. Es ist kein guter Weg, sich eine Frau anhand von Fotos vorzustellen, denn was ich bisher gesehen habe, ist, dass man auch die Größe und das Gewicht angibt. Meiner Meinung nach ist das eine Beleidigung von Frauen." Die Regierung und die Behörden hatten Sorgen geäußert, dass die iranische Bevölkerung in zwei Jahrzehnten zu den ältesten der Welt gehören könnte, weil die Geburtenrate bei iranischen Frauen in den letzten vier Jahren um 25% gesunken ist, wie iranische Medien berichten. Der Iran hat vor einem Jahrzehnt damit begonnen, seine Familienpolitik zu ändern. Verhütungsmittel, die zuvor kostenlos erhältlich waren, sind nun schwerer zugänglich.
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Weil iranische Frauen im Durchschnitt immer weniger Kinder bekommen, hat das Land eine staatlich zugelassene Dating-App zum Heiraten veröffentlicht.

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