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Video Kimchi-Krise in Südkorea: Klimawandel macht Kohl zur knappen Ware

STORY: Kein Fleisch, sondern fermentierter Kohl. Hier in einer Fabrik in Südkorea wird Kimchi hergestellt, verzehrfertig für den Supermarkt. Die Produktion der äußerst beliebten Beilage läuft auf Hochtouren, denn das Land befindet sich mitten in einer Kimchi-Krise. Der Klimawandel sorgt auf der koreanischen Halbinsel für subtropisches Klima. Die daraus resultierenden Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht schädigen den Kohl auf dem Feld. Auch Stürme ließen die Ernte in den vergangenen Jahren schrumpfen. Die Preise gehen durch die Decke. Außerdem drängen chinesische Anbieter mit Dumpingpreisen auf den Markt. Keine einfache Lage, sagt Ahn Ik-jin, Geschäftsführer des Herstellers Cheongone Organic. Statt 15 produziere sein Unternehmen nur noch zehn Tonnen oder weniger pro Tag. "Wir haben im Frühjahr Kohl gekauft und in acht Haupt- und vier Außenlagern gebracht. Nun haben wir all diese Kohlköpfe aufgebraucht und keine Vorräte mehr. Wie Sie hier sehen können, bekommen wir diese (minderwertigen) Kohlköpfe. Aber wir brauchen Strategien für eine reibungslose Versorgung mit Kohlköpfen guter Qualität." Die Regierung hat bereits reagiert und den Bau zweier riesiger Kohllager angekündigt, die bis 2025 fertiggestellt werden sollen. Mehr als umgerechnet 40 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Zusammengenommen werden die Lager laut Plan die Fläche von drei Fußballfeldern haben. 10.000 Tonnen Kohl sollen dort gelagert, 50 Tonnen täglich produziert werden. So soll bei guter Ernte mehr Kohl für schlechte Zeiten vorgehalten werden können. Auch die Verbraucher bekommen die Kohl-Krise bereits zu spüren. "Normalerweise mache ich Kimchi selbst, aber die Kosten für die Zutaten sind stark gestiegen. Es macht preislich keinen Unterschied mehr, ob ich ihn selbst mache oder ihn fertig kaufe. Also habe ich heute Pakete mit Kimchi gekauft. Ich habe das Gefühl, dass 20-30 Prozent der Zutaten teurer sind als früher." Was diese Südkoreanerin beschreibt, spiegelt sich in Zahlen wieder. Nach Angaben der Supermarktkette Hanaro Mart ist der Absatz von verzehrfertigem Kimchi seit August im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen. Und das wiederum erhöht den Druck auf die Hersteller. Rund die Hälfte der einstmals 1000 Unternehmen hat laut Studienlage im vergangenen Jahr entweder dauerhaft oder vorübergehend dicht gemacht oder keine Umsätze erzielt.
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Die daraus resultierenden Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht schädigen den Kohl auf dem Feld. Auch Stürme ließen die Ernte in den vergangenen Jahren schrumpfen. Die Preise gehen durch die Decke. Außerdem drängen chinesische Anbieter mit Dumpingpreisen auf den Markt. Besuch bei einem der Kimchi-Hersteller.

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