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Video Mit Holzschnitzeln aus der Energiekrise

STORY: Knorrendorf, Ortsteil Gädebehn, in Mecklenburg-Vorpommern. Was die Energieversorgung angeht, können die rund 100 Dorfbewohner relativ beruhigt in die Zukunft schauen. Der Grund dafür ist das Nahwärmenetz von Waldbesitzer Heiner von der Osten-Sacken. Der Nachfahre einer baltischen Adelsfamilie hat allen Haushalten angeboten, sie an seine Holshackschnitzelheizung anzubinden. Fast alle haben das Angebot angenommen. Holz hat von der Osten-Sacken genug. Vor allem die Äste der Baumkronen haben keinen wirtschaftlichen Nutzen und werden direkt vor Ort in den Häcksler geschoben. Nur die dicken Stämme müssen zu einer großen stationären Häckselmaschine transportiert werden. Weil nur rund 50 Haushalte mit einer Heizung verbunden werden, heißt das Dorfnetzwerk Nahwärmenetz. Bei der Fernwärme werden Tausende Wohnungen von einem Kraftwerk beheizt. Waldbesitzer von der Osten-Sacken freut sich, dass er seine Nachbarn in Energiefragen unterstützen kann: "Da fühle ich mich irgendwie auch mit in der Pflicht, dass wenn wir alle im Klimawandel mitarbeiten wollen, dass dann jeder an seinem Ort das tut, was er tun kann. Und das bedeutet eben für uns, dass wir den Menschen, die jetzt hier vor 30 Jahren direkt nach der Wende ihre Ölheizung und Gasheizung eingebaut haben, wie der Bürgermeister sagte, jetzt auch die Erneuerung ansteht, dass wir denen die Möglichkeit geben, tatsächlich mit nachwachsenden, nachhaltig entstehenden Rohstoffen ihre Häuser zu heizen." Noch ist das Nahwärmenetz nicht fertig. Überall wird im Dorf fleißig gebaggert. Gerade werden die Löcher für die Unterführung unter die Bundesstraße gegraben. Überall ragen Rohrleitungen aus Baugruben. Der größte Abnehmer wird ein Miethaus aus den 70er Jahren werden, das der Gemeinde gehört. Der Bürgermeister von Knorrendorf, Sebastian Henke ist begeistert: "Dieses Sparpotenzial an sich haben wir nicht betrachtet, weil für uns ganz klar war, wie gesagt, die Heizung ist alt, sie muss irgendwann raus, dann kommt eine neue rein. Das Öl wird nicht billiger. Das wussten wir auch schon vorher. Und hier werden mal schnell 15.000 Liter im Jahr verbraucht. Und mit der Alternative haben wir eigentlich eine Lösung. Das Heizmaterial liegt quasi umme Ecke. Es ist heimisch, es wächst nach und dann haben wir uns dazu entschieden." Geplant ist, dass die Abnehmer des Nahwärmenetzes in den ersten fünf Jahren 12 Cent pro Kilowattstunde zahlen sollen. Wenn alles gut läuft, können die Heizkessel im Oktober angefeuert werden.
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Ein Nahwärmenetz in Mecklenburg-Vorpommern soll ein ganzes Dorf heizen.

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