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Video Wahlen in Brasilien: Lula hofft auf Rückkehr an die Macht

STORY: In Brasilien haben die Präsidentschaftwahlen begonnen. Jüngsten Umfragen zufolge könnte Brasiliens Ex-Präsident Luiz Ignacio Lula da Silva schon in der ersten Runde als Sieger hervorgehen. Mehrere Meinungsforschungsinstitute sehen den linken Politiker mit etwa 50 Prozent der abgegebenen Stimmen klar vor dem rechtspopulistischen Amtsinhaber Jair Bolsonaro. 50 plus 1 sind nötig, um eine Stichwahl zu vermeiden. Vor allem ärmere Familien sprachen sich zuletzt für Lula aus, der in seiner Präsidentschaft in den Jahren 2003 bis 2010 extremer Armut und Hunger den Kampf angesagt hatte. Und die Furcht, dass der Hunger zurückkehrt, ist groß in Brasilien. Rapide steigende Lebenshaltungskosten und die Folgen der Corona-Pandemie gefährden die Versorgung in einem Ausmaß, das vor einem Jahrzehnt unvorstellbar erschien. Bolsonaro hat zwar ein Programm aufgelegt, um für Abhilfe zu sorgen. Dennoch konnte er Lulas Vorsprung in den Umfragen nicht aufholen., Auch sein Umgang mit der Corona-Pandemie dürfte ihn Stimmen kosten. Wie sein politisches Vorbild, Ex-US-Präsident Donald Trump, unterschätzte Bolsonaro das Virus und sprach von einer "kleinen Erkältung". Er zeigte wenig Mitgefühl mit den fast 700.000 Brasilianern, die seit Ausbruch der Pandemie ums Leben kamen. Entscheidend für den Wahlausgang dürfte nach Einschätzung von Experten die Wahlbeteiligung werden. Sollten insbesondere die ärmeren Brasilianer, die Lula nahestehen, der Abstimmung fernbleiben, dürfte es zu einer Stichwahl am 30. Oktober kommen. Zudem gibt es Befürchtungen, Bolsonaro könne das Ergebnis der Wahlen nicht anerkennen. Der Präsident hatte in der Vergangenheit das elektronische Wahlsystem in Brasilien infrage gestellt und unbelegte Behauptungen aufgestellt, bei den Wahlen 2018 sei es zu Betrügereien gekommen.
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Der linke Ex-Präsident lag in Umfragen zuletzt deutlich vor dem rechtspopulistischen Amtsinhaber Bolsonaro

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