VG-Wort Pixel

Nachwuchs gesucht! Die Landwirtschaft hat ein Imageproblem – und das will dieser Schäfer und Influencer ändern

 Johannes Eichhorn bereitet sich für das Training bei «TanzGlanz» vor, einer 36-köpfigen Showtanzgruppe. Fasziniert hat ihn der akrobatische Sport schon als Kind. Seit drei Jahren tanzt er hier mit. In seinem Beruf hat der 24-Jährige deutlich weniger mit Menschen zu tun. Er ist nämlich Schäfer.
O-TON Johannes Eichhorn, Schäfer «Es ist einfach ein megacooler Ausgleich zu meinem Job. Komplett das Gegenteil einfach. Ich kann mich ein bisschen auspowern. Hört sich zwar blöd an, aber es ist ein anderes auspowern als bei mir im Job daheim bei den Schafen draußen. Ich komme einfach hier ein bisschen unter Leute, kann mit Menschen in Kontakt kommen.»
Der Tag auf dem Hof in Oberbayern beginnt um 7.00 Uhr mit einem Kontrollgang. Die 1200 Mutterschafe und ihre Lämmer müssen untersucht werden. Dann gibt es Frühstück. Erst für die Schafe, dann für ihn selbst. Anschließend ab auf die Weide. Später wieder Kontrollgang. Gegen 17.00 Uhr ist die Arbeit auf dem Hof geschafft. 
O-TON Johannes Eichhorn, Schäfer «Man hat so einen alten Mann vor Augen, der draußen einsam bei den Schafen steht.»
Dieses Klischee will Johannes Eichhorn ändern. Auf Instagram beschreibt er sich als Landwirt, Schäfer, Jäger und Tänzer. Dort postet er Selfies aus dem Bett, Oben-Ohne-Bilder und Fotos vom Feiern. Und eben vom Schafehüten.
O-TON Johannes Eichhorn, Schäfer «Das ist eigentlich so mein Ziel, das ich über meinen Insta-Account erreichen will, einfach den jungen Menschen oder Menschen jeden Alters einfach zu zeigen, dass es uns Schäfer gibt. Dass man den Beruf des Schäfers erlernen kann. Das ist eine ganz normale dreijährige Ausbildung. Und einfach auf uns Schäfer aufmerksam zu machen.»
Und das ist auch dringend nötig. Um die Berufsschäferei in ihrer jetzigen Form zu erhalten, bräuchte man das Zehnfache an Auszubildenden, sagt der Landesverband Bayerischer Schafhalter.
Mehr
Johannes Eichhorn ist Schäfer, Tänzer und Influencer. Der 24-Jährige will das schlechte Image des Schäferberufs revolutionieren – und gibt Einblicke in seinen abwechslungsreichen Alltag.

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker