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Von Aberdeen nach Athen 3500 Kilometer - Grieche radelt 48 Tage lang nach Hause

Auf seiner Reise von Aberdeen nach Athen überquerte ein Grieche auch die Alpen (Symbolbild)
Auf seiner Reise von Aberdeen nach Athen überquerte ein Grieche auch die Alpen (Symbolbild)
© Joerg Reuther / Picture Alliance
Der Corona-Lockdown erwischte Kleon Papadimitriou in Schottland. Um in seine griechische Heimat zurück zu kehren, entschloss sich der Student zu einer abenteuerlichen Reise quer durch Europa - mit dem Fahrrad. 

Als im vergangenen März in Schottland die Corona-Pandemie ausbrach, saß Kleon Papadimitriou fest. Der griechische Student buchte drei Mal einen Flug, um zurück nach Athen zurückzukehren. Doch die Flüge wurden alle abgesagt. Und so steckte der 20-Jährige im April immer noch in Aberdeen fest. Da kam ihm die Idee: Er beschloss die 3500 Kilometer lange Strecke mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Anfangs sei es nur ein "Wunschtraum" gewesen, erzählte er CNN. Doch je mehr er recherchierte, desto mehr nahm der Plan Form an. Er besorgte sich ein Fahrrad, ein Zelt, einen Schlafsack und Werkzeug. Damit seine Familie seine Reise verfolgen konnte, installierte Papadimitriou eine App, die permanent seinen Standort anzeigte.

Quer durch Europa 

Am 10. Mai radelte der Grieche los. Mit Dosenfisch, Erdnussbutter und Brot als Proviant brach der 20-Jährige auf. Sein Weg führte ihn durch England über die Niederlande nach Deutschland, wo er mehrere Tage dem Verlauf des Rheins folgte. Anschließend durchquerte er Österreich und radelte die italienische Ostküste hinunter.

Während seiner Reise schlug Papadimitriou sein Lager in Feldern und Wäldern auf. Manchmal übernachtete er bei Freunden oder Bekannten. Pro Tag legte er zwischen 55 und 120 Kilometer zurück. In Italien nahm er schließlich ein Boot, das ihn zum griechischen Hafen von Patras brachte. Das letzte Stück bis Athen legte der Student mit seinem Fahrrad zurück.

Eine Reise, die das Leben verändert

Am 27. Juni, 48 Tage nach seinem Aufbruch in Schottland, kam Papadimitriou schließlich zu Hause an. Dort erwartete ihn bereits seine Familie und Freunde - sowie völlig Fremde, die seine Reise verfolgt hatten. "Es war sehr emotional", erzählte er CNN. "Ich denke, die Reise hat mich als Person verbessert. Ich bin selbstbewusster geworden und vertraue in meine Fähigkeiten", sagt er.

"Wenn ich nicht wüsste, dass ich die Reise gemacht habe und man mich jetzt fragen würde, ob ich es könnte, würde ich nein sagen. Wie habe ich all diese Dinge geschafft?", fragt Papadimitriou sich selbst rückblickend. 

Nun freut sich der junge Mann auf das "nächste große Ding" in seinem Leben - was immer das sein mag. "Wenn man die Messlatte wirklich hoch legt und versucht, ein wirklich ehrgeiziges Ziel zu erreichen, ist es egal ob man es erreicht oder nicht" sagt er. "Man wird sich auf jeden Fall verbessern. Man lernt viel über sich selbst und wird von sich selbst überrascht sein."

ivi

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