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ISS-Satellitenbild: Hinter diesem Gitarrenwald steckt eine tragische Geschichte

Ein russischer Kosmonaut hat von der Internationalen Raumstation (ISS) aus einen besonderen Schnappschuss gemacht. Doch hinter dem kuriosen Bild vom Gitarrenwald in Argentinien steckt eine bewegende Geschichte.

Argentinien: Die tragische Geschichte hinter dem Gitarrenwald

Rund 7000 Bäume bilden den Gitarrenwald von Argentinien. Das gigantische Denkmal lässt sich sogar vom Weltall aus betrachten.

Die Bilder von Sergej Nikolajewitsch Rjasanski sind außergewöhnlich. Zum einen, weil er bei einer Geschwindigkeit von rund 28.000 Kilometern pro Stunde im richtigen Moment den Auslöser gedrückt hat. Zum anderen, weil er ein ganz besonderes Motiv gefunden hat - das man sogar von der Internationalen Raumstation (ISS) sehen kann. "Den ganzen Flug über habe ich diese Fotojagd betrieben", übersetzt "Spiegel Online" den Kosmonauten. "Endlich habe ich ein Foto vom 'Gitarrenwald'."

Via Twitter teilt der Bordingenieur regelmäßig (optische) Eindrücke von der ISS. Zuletzt wurde ein Video des promovierten Biochemikers zum Netz-Hit, auf dem die Besatzung eine Pizza-Party im All feiert - ein italienischer Astronaut vermisste sein Nationalgericht so sehr, dass die NASA alle nötigen Zutaten in den Weltraum schickte.

Auch der Gitarrenwald wirkt auf den ersten Blick kurios. Dabei steckt hinter seiner Entstehung eine traurige Geschichte.

Gitarrenwald von Argentinien ist ein Denkmal

Gepflanzt wurde er von Pedro Martin Ureta in Córdoba, Argentinien. Rund 7000 Bäume auf knapp einem Kilometer platzierte der Landwirt. Grüne Zypressen bilden den Korpus, blaue Eukalyptusbäume die Saiten und den Hals des Instruments. Nur: Warum der ganze Aufwand?

Ureta ließ den Wald 1977 anlegen, als seine Frau Graciela mit 25 Jahren an einer Hirnblutung verstarb, berichtet "Spiegel Online". Als sie mit einem Flugzeug über die gemeinsame Farm geflogen sei, sei ihr die Idee gekommen - es aber nie zu einer Umsetzung. Auf der Farm sei genug zu tun gewesen, soll ihr Mann abgewunken haben. Also habe Ureta ihr den "Gitarrenwald" nach ihrem Tod als Denkmal gesetzt, damit sie ihn vielleicht von oben sehen könne. 

Dabei hat er vermutlich nicht nur Kosmonaut Rjasanski ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert, sondern auch findigen "Google Earth"-Nutzern: Wer in dem virtuellen Globus die Koordinaten "-33.867886, -63.987" eingibt, kann das ungewöhnliche Denkmal ebenfalls bestaunen.

fs
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