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Argentinien: Liebhaber mit Gartenschere kastriert: Neue Indizien sprechen für Racheakt

"Skalpell", "abschneiden", "sein Handy", "Hilfe holen" - in Argentinien hat eine 26-Jährige ihrem Liebhaber mit einer Gartenschere Penis und Hoden abgeschnitten. Eine handgeschriebene Liste spricht dafür, dass die junge Frau die Tat geplant hat. Ihr Anwalt sagt, sie habe sich nur verteidigt.

Argentinien: Liebhaber mit Gartenschere kastriert. War die Tat geplant?

War die Tat geplant? In Argentinien hat eine junge Architektin ihren Liebhaber mit einer Gartenschere kastriert

War es Selbstverteidigung oder ein blutiger Racheakt? Noch immer gibt es verschiedene Versionen darüber, was am Samstagabend in dem Apartment im Studentenviertel des argentinischen Córdobas passiert ist. Fest steht, am Ende verlor ein 40-Jähriger seine Genitalien. Die 26-jährige Architektin Brenda B. soll ihrem Liebhaber mit einer Gartenschere sowohl Penis als auch Hoden abgeschnitten haben.

Nun ist eine handschriftliche Liste in ihrem Notizbuch gefunden worden, die vermuten lässt, dass die 26-Jährige ihre blutige Tat geplant hat. "Skalpell", "abschneiden", "sein Handy" und "Hilfe holen" ist darauf zu lesen.

"An diesem Abend hat es keine Vergewaltigung gegeben"

Die junge Architektin war selbst in einer anderen Beziehung und wollte sogar heiraten. Mit dem 40-Jährigen Rockmusiker hatte sie eine heimliche Affäre. Bis zu diesem Punkt stimmen die Berichte überein.

Eduardo Pérez, der Anwalt des Opfers sagte, die Tat sei "vorsätzlich geschehen" und sein Mandant in dem Moment vollkommen hilflos gewesen. "An diesem Abend hat es keine Vergewaltigung gegeben. Die wahrscheinlichste Hypothese ist momentan, dass es sich bei der Tat um einen Racheakt der Frau handelt", zitiert die argentinische Tageszeitung "La voz del interior" aus Ermittlerkreisen. Der Musiker soll sich von der Frau getrennt haben, so Perez. Die 26-Jährige habe sich von ihm gebührend verabschieden wollen und ihm die Augen verbunden. Dann sei sie mit der Gartenschere über ihren hergefallen. Kurz nach der Tat, soll sie versucht haben, dem Verletzten sein Handy wegzunehmen. Das nun gefundene Notizbuch würde die These unterstützen, die Kastration sei ein Racheakt und geplant gewesen. "Ich weiß nicht, was mit ihr los war. Sie ist ein gutes Mädchen", soll der 40-Jährige nach der Tat immer wieder gesagt haben, während er mit der einen Hand seine abgeschnittenen Genitalien und mit der anderen sein Handy umklammerte. 

Brenda B. wollte "ihr Leben und ihre Würde retten"

Das sieht Carlos Nayi, der Anwalt von Brenda B. ganz anders. Er ist von der Unschuld seiner Mandantin überzeugt. Die 26-Jährige habe sich von dem Musiker trennen wollen, sagte gegenüber der "Voz del interior". Am Samstagabend sei er zu ihr in die Wohnung gekommen, um eins seiner Musikinstrumente zu holen. Als er die Wohnung betreten habe, habe er sie an den Haaren gepackt, aufs Bett geschmissen und vergewaltigt. Die junge Frau habe den ersten Gegenstand gegriffen, der ihr zu ihrer Verteidigung in die Hände fiel - eine Gartenschere. Der argentinischen Nachrichtenseite "TN - Todo Noticias" sagte der Anwalt der Frau, sie habe "ohne hinzuschauen geschnitten" in der Annahme "ihr Leben und ihre Würde zu retten".

"Ich erinnere mich nicht mehr daran, es getan zu haben, nur dass ich auf seiner Brust saß, sie mit einer Hand genommen und mit der anderen geschnitten habe", soll die 26-Jährige ihrem Anwalt gesagt haben. Dabei soll ihr gar nicht bewusst gewesen sein, was sie genau abschnitt. Seine Mandantin habe blaue Flecken an Hals, Armen und Beinen - alles Anzeichen, dass sie sich heftig gewehrt habe.

Kastration in Argentinien: Wer hat die Liste geschrieben?

Auch die Mutter der 26-Jährigen verteidigt ihre Tochter. "Sie hat ihre Ehre gerettet", sagte sie "Todo Noticias". "Sie hat mir gesagt, der Mann habe sie missbraucht und ich glaube ihr." Sie gehe nicht davon aus, dass ihre Tochter die Tat geplant habe. "Es muss erst noch herausgefunden werden, in welchem Zusammenhang sie die Liste geschrieben hat und ob sie selbst überhaupt die Urheberin ist", so die Mutter. Die 26-Jährige sitzt derweil in Haft und soll heute weiter psychologisch befragt werden.

Der 40-Jährige befindet sich noch immer im Krankenhaus. Seine Genitalien sollen rekonstruiert worden und sein Zustand stabil sein. Ob er je wieder ein Kind zeugen kann, ist jedoch ungewiss.

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tyr
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