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Beben im Iran: Tod, Zerstörung und Verzweiflung

66 Menschen kamen um, rund 1200 wurden verletzt, als im Westen Irans die Erde bebte. Nun graben die Menschen mit bloßen Händen nach Opfern, viele sind obdachlos und müssen - bei schweren Regenfällen - im Freien übernachten.

Am Freitagmorgen erschütterten drei Beben die Provinz Lorestan im Westen Irans - 66 Menschen starben, mehr als 1200 wurden verletzt, wie örtliche Medien berichteten. Die Beben erreichten eine Stärke zwischen 4,7 und 6,0. Zahlreiche Dörfer seien schwer beschädigt, einige völlig zerstört worden, sagte der Gouverneur der Provinz, Mohseni Sani.

Der Chef des Hauptquartiers für Naturkatastrophen der Provinz Lorestan, Ali Barani, rechnete damit, dass die Opferzahlen weiter ansteigen. Viele Dorfbewohner seien noch verschüttet. Auch die örtlichen Behörden befürchteten weitere Tote und Verletzte. Viele einheimische Touristen seien vor Ort gewesen, um das persische Neujahr zu feiern.

2000 Menschen obdachlos

Die meisten Opfer seien in den Dörfern in der Nähe der beiden Provinzstädte Borudscherd und Dorud zu beklagen. Viele der einfachen Ziegelstein- und Lehmhäuser hätten dem Beben nicht standgehalten und seien in sich zusammengefallen. Die Krankenhäuser in Borudscherd, Dorud und in der Provinzhauptstadt Chorramabad hätten keine Kapazität mehr. Daher würden viele Verletzte in benachbarte Provinzen gebracht. Die Schwerverletzten sollen in der Hauptstadt Teheran operiert werden.

In der betroffenen Region brachen Strom- und Telefonnetz zusammen. Rettungsteams aus anderen Provinzen seien unterwegs, um in dem Erdbebengebiet zu helfen. Den Angaben zufolge sind möglicherweise mehr als 2000 Menschen obdachlos geworden. Zelte würden dringend gebraucht, zumal für die Provinz Lorestan heftige Regenfälle angekündigt sind. Außerdem würden Decken, Lebensmittel, Heizgeräte und Medizin benötigt, hieß es weiter. Viele Menschen hielten sich weiter im Freien auf, da sie es noch nicht wagten, in ihre Häuser zurückzukehren.

DRK auf stand by

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bot dem Iran Hilfe an. "Sobald unsere Hilfe angefordert wird, stehen wir mit Material und Personal für die Trinkwasseraufbereitung und Erste-Hilfe-Stationen bereit", sagte Achim Müller, Leiter der Katastrophenhilfe beim DRK.

Der Iran liegt in einem seismisch sehr aktiven Gebiet. Das letzte große Erdbeben wurde vor rund einem Jahr registriert. In der Südost- Provinz Kerman bebte am 22. Februar 2005 die Erde mit einer Stärke von 6,4. Dabei kamen mindestens 612 Menschen ums Leben. Zwei Jahre zuvor waren in der gleichen Region mehr als 26.000 Menschen getötet worden.

DPA / DPA