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600.000 Skulpturen für 600.000 Tote 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs - Belgien erinnert mit diesem spektakulären Werk

Belgien: Die Installation ist bis zum 11. November, dem Tag des Waffenstillstands vor 100 Jahren, zu sehen
Belgien: Die Installation ist bis zum 11. November, dem Tag des Waffenstillstands vor 100 Jahren, zu sehen
© Kurt Desplenter / DPA
Im ehemaligen Niemandsland bei Ypern in Belgien schlachteten sich im Ersten Weltkrieg britische, deutsche und belgische Soldaten ab. Nun erinnert dort ein einzigartiges Kunstwerk an die Opfer des Ersten Weltkrieges. 

Am 11. November 1918 endete im Wald von Compiègne bei Paris der Erste Weltkrieg. Das Deutsche Reich unterzeichnete das Waffenstillstandsabkommen, das den Krieg de facto beendete. Auch für Belgien ging an diesem Tag ein schreckliches Kapitel zu Ende. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums erinnert ein Denkmal bei Ypern an die Opfer, die der Krieg Belgien abverlangte. Die Installation, die den Namen "Coming World, Remember Me" trägt, besteht aus 600.000 Tonskulpturen, die für die 600.000 Soldaten und Zivilisten stehen, die zwischen 1914 und 1918 auf belgischem Boden gefallen sind.

Im Zentrum des Kunstwerks befindet sich ein riesiges Ei aus Bronze, das eine neue Welt symbolisiert. "Es ist kein Kriegsdenkmal", stellte der verantwortliche belgische Konzeptkünstler Koen Vanmechelen klar. "Dies ist ein Friedensdenkmal und eine Reflexion über das, was war und der Wunsch nach einer neuen Welt", sagte er dem britischen "Guardian"

Die Arbeiten an dem Projekt begannen im Jahr 2014, 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges. Die Hälfte der Skulpturen wurde von Schülern und Freiwilligen angefertigt, die übrigen von einem Künstlerkollektiv. Jede Skulptur ist einzigartig. Die einen tragen Initialen, Namen oder Botschaften, in andere sind verschiedene Muster eingebrannt. 

Jede der 600.000 Skulpturen ist einzigartig
Jede der 600.000 Skulpturen ist einzigartig
© Kurt Desplenter / DPA

Installation noch bis zum 11. November zu sehen

Das Arrangieren der 600.000 Figürchen glich einer Mammutaufgabe: "15.000 haben wir pro Tag platziert“, erzählte Vanmechelen dem "Tagesspiegel". Die Tonskulpturen wurden in der Form des Urkontinents Pangea angeordnet, was die Einheit der Welt verbildlichen soll. Mehr als 4000 Menschen haben beim Aufstellen geholfen. "Eine Generation, die ohne Krieg aufgewachsen ist, könnte versucht sein zu denken, dass Krieg vielleicht doch nicht so schlecht ist. Die Figuren erzählen uns heute, dass Krieg niemals eine Lösung sein kann“, sagte Vanmechelen.

Zu bewundern ist das Werk allerdings nicht mehr lange. Bei freiem Eintritt ist die Installation noch bis zum 11. November, dem Tag des Waffenstillstands vor 100 Jahren, zu sehen. Danach wird es abgebaut.

Sein Kunstwerk "Coming World, Remember Me" begreift Koen Vanmechelen als Friedensdenkmal
Sein Kunstwerk "Coming World, Remember Me" begreift Koen Vanmechelen als Friedensdenkmal
© Kurt Desplenter / DPA
ivi

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