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Mystisches Wesen: Warum sich ein kanadisches Gericht damit befassen musste, ob es Bigfoot gibt

Um den Bigfoot oder Sasquatch ranken sich zahlreiche Legenden. Nun musste sich ein kanadisches Gericht damit befassen, ob die mythische Gestalt tatsächlich existiert.

Bigfoot kommt in zahlreichen Filmen und Serien vor, wie hier 1994 in "Bigfoot: The Unforgettable Encounter"

Bigfoot kommt in zahlreichen Filmen und Serien vor, wie hier 1994 in "Bigfoot: The Unforgettable Encounter"

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Filmemacher Todd Standing ist davon überzeugt, dass es Bigfoot gibt. Allerdings nennt er das große, haarige Wesen, das in Nordamerika Gegenstand vieler Legenden ist, nicht so. Wie die meisten Kanadier sagt er: "Sasquatch", was so viel wie haariger Riese bedeutet. Standing will aber nicht alleine an den Sasquatch glauben. Auch die Behörden sollen akzeptieren, dass es in den Wäldern Nordamerikas ein affenartiges, aufrecht laufendes Wesen gibt, das kein Mensch ist. Die kanadische Provinz British Columbia glaubt nicht an den Sasquatch - und so landeten beide Parteien vor Gericht.

Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, was Standing forderte: Das Gericht sollte offiziell feststellen, dass der Sasquatch ein "in British Columbia heimisches Säugetier" ist. Standing sieht außerdem seine Rechte verletzt, weil der Staat seine Sorgen rund um das Wesen nicht ernst genommen habe. Und zu guter letzt habe die Behörde darin versagt, die angeblich bedrohte Spezies des Sasquatches zu schützen.

British Columbia oder genauer: das zuständige Umweltamt führt dagegen an, die Klage, beruhe auf "Schlussfolgerungen und Spekulationen" entbehre "jeder Grundlage" und sei letztlich "nicht beweisbar". Kein Recht von Standing sei verletzt worden.

Gericht: Rechte des Bigfoot-Forschers nicht verletzt

Nun hat das Gericht in dem Fall entschieden, und - keine große Überraschung: Die Klage wurde abgewiesen. Der Richter sah sich nicht zuständig, der Provinz vorzuschreiben, "wissenschaftliche Untersuchung bezüglich ihrer Flora und Fauna durchzuführen". Die Rechte des Klägers seien nicht verletzt worden, weil niemand seine Sasquatch-Nachforschungen eingeschränkt oder behindert hätte. Dass der Staat nicht anerkennen wolle, dass es dieses Wesen gebe, würde Standings Recht, "seine Gedanken, Ansichten und Meinungen bezüglich des Sasquatches zu äußern, in keiner Weise einschränken", so der Richter.

Der Kläger, der einen Dokumentarfilm über Nachforschungen zum Sasquatch gedreht hat, trägt die Kosten des Verfahrens. Laut der BBC hat er bereits angekündigt, in anderen Provinzen Kanadas und Regionen der USA ähnliche Klagen einreichen zu wollen.

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