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Tervuren, Belgien Blackfacing im Afrika-Museum: Partygäste kamen schwarz geschminkt und "afrikanisch" gekleidet

Blackfacing im Afrika-Museum: Partygäste kamen schwarz geschminkt
Kommentar eines Gastes nach dem Blackfacing-Skandal im belgischen Tervuren: "Ein schwarzgeschminktes Gesicht ist niemals angemessen." (Symbolfoto)
© The Strobridge Litho Co, Cin'ti & New York/Library of Congress/Wikimedia
Im Afrika-Museum der belgischen Gemeinde Tervuren fanden die Gäste einer Firmenfeier es passend, sich die Gesichter mit dunkler Farbe zu bemalen und "Afrika-typische" Kleidung zu tragen.

Nach einer Party im Afrikamuseum der belgischen Gemeinde Tervuren wurden Fotos von Gästen mit schwarzgeschminkten Gesichtern publik. Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten und die Museumsbetreiber sahen sich zu einer öffentlichen Entschuldigung veranlasst.

Alles begann mit der Facebook-Einladung einer Eventagentur, die die Museumsräume für eine Jubiläumsfeier anmietete. Darin wurde als Kleiderordnung unter anderem um "eleganten, farbenfrohen sowie traditionellen und zeitgenössischen afrikanischen" Stil gebeten, wie der Sender CNN zusammenfasste, der zuerst über den Vorfall berichtet hatte.

Bilder von der Feier selbst zeigten im Anschluss Teilnehmer, die sich sowohl ihr Gesicht schwarz geschminkt hatten, als auch faschingskostümartige Kleider trugen, die einen vermeintlich afrikanischen Stil widerspiegeln sollten.

"Blackfacing ist niemals angemessen"

Die Teilnehmerin Patricia Slack kommentierte daraufhin via Facebook: "Liebe Weiße, wie oft müsst ihr eigentlich noch daran erinnert werden, dass ein schwarz geschminktes Gesicht niemals angemessen ist; auch nicht auf einer 'Afrika'-Motto-Party."

Daraufhin meldete sich der Partyveranstalter und berichtete von den auf der Feier anwesenden afrikanischen Gästen, die diese Veranstaltung mit Stolz erfüllt habe. Immerhin wären auch die Hälfte der anwesenden DJs afrikanischer Herkunft gewesen.

Das Museum selbst bat per Instagram um Entschuldigung: "Schon nach der Facebook-Ankündigung der Veranstaltung stand zu befürchten, dass sich die Gäste wegen der Kleiderordnung an Klischees orientieren würden." Also kontaktierte man umgehend den Veranstalter, damit dieser sein Einladungsschreiben anpasse. Dies blieb jedoch ohne Erfolg. "Das Afrika-Museum hätte sich schon viel früher und intensiver um eine Verhinderung der misslichen Folgen kümmern müssen", bekundeten die Museumsverantwortlichen reumütig.

Quelle: CNN

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