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Bombenexplosion in Neu Delhi: Bekennerschreiben von radikalislamischer Terrorgruppe

Bei einem Bombenanschlag vor dem Obersten Gericht in der indischen Hauptstadt Neu Delhi sind am Mittwoch elf Menschen ums Leben gekommen. Laut Medienberichten haben sich radikal-islamische Extremisten zu den Anschlägen bekannt.

Eine in einem Aktenkoffer versteckte Bombe hat am Obersten Gericht in Neu Delhi elf Menschen in den Tod gerissen. Der Anschlag ereignete sich am Mittwochvormittag nahe einem Eingang zum Gebäude, an dem nach Angaben von Augenzeugen rund hundert Menschen auf Einlass warteten. Die Behörden gingen Hinweisen nach, wonach die radikalislamische Terrorgruppe Harkat-ul-Dschihad-Islami (HUJI) hinter der Tat stecken soll.

Fernsehsender zeigten Aufnahmen von Handykameras, auf denen schreiende Passanten und herumfliegende Akten zu sehen waren. Es habe "totales Chaos" geherrscht, sagte der Geschäftsmann Rajesh Gupta, der vor dem Gericht gewartet hatte. Zahlreiche Menschen hätten in einer Blutlache am Boden gelegen. Ein Anwalt berichtete, die Fenster seines Büros im Gericht seien bei der Explosion zersplittert. Laut Polizei wurden 66 Menschen bei dem Anschlag verletzt.

Die Ermittler erklärten, sie prüften ein per E-Mail eingegangenes Bekennerschreiben der radikalislamischen Terrororganisation HUJI auf dessen Echtheit. Die Terrorgruppe wird für mehrere Anschläge in Indien verantwortlich gemacht. Sie ist aber auch in den Nachbarländern Pakistan und Bangladesh aktiv.

Indien lasse sich von Terroranschlägen nicht einschüchtern, sagte Regierungschef Manmohan Singh, der sich zu einem Besuch in Bangladesch aufhielt. Alle politischen Parteien und das gesamte Volk müssten nun zusammenstehen, um den Terrorismus zu besiegen.

Das Oberste Gericht in Neu Delhi war bereits im Mai Ziel eines Bombenanschlags. Damals explodierte ein kleinerer Sprengsatz an einem Parkplatz des Gebäudes, es entstand Sachschaden. Von tödlichen Bombenanschlägen wurde Indien zuletzt am 13. Juli erschüttert. Damals kamen in Mumbai 26 Menschen bei der Explosion von drei Sprengsätzen ums Leben.

vim/DPA/AFP / DPA