Die Brandkatastrophe in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana wurde wohl durch Sprühfontänen auf Champagnerflaschen ausgelöst. Man gehe von diesem Szenario aus, sagte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud bei einer Pressekonferenz in Sitten.
Videos und Bilder, die sich zuvor schon im Internet verbreitet hatten, sowie Aussagen von Augenzeugen legten diesen Verdacht nahe. Die Wunderkerzen hätten sich wohl zu nahe an der Decke befunden und diese in Brand gesetzt. Von dort habe sich das Feuer schnell ausgebreitet: "Es kam zu einem Vollbrand."
Dennoch verfolge man "mehrere Hypothesen", betonte Pilloud: "Kein Szenario wird ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft tut alles, um die Ursachen des Brandes zu identifizieren."
Pilloud berichtete, dass mehrere Personen zu den Vorgängen in der Silvesternacht vernommen wurden. Dazu gehörte auch das französische Paar, dem die Bar gehört. Die Generalstaatsanwältin schloss auch eine strafrechtliche Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung nicht aus, sollten die weiteren Ermittlungen in diese Richtung weisen.
Zu der Frage, ob in der Bar die Brandschutzvoraussetzungen erfüllt habe, wollte Pilloud nicht Stellung nehmen. "Bitte spekulieren Sie nicht, lassen Sie uns unsere Arbeit machen", appellierte sie.
Feuer in Crans-Montana: Identifikation der Toten hat "Priorität"
Immer noch kämpfen mehrere Verletzte um ihr Leben. Die Zahl der Toten gaben die Behörden weiterhin mit 40 an. Priorität habe weiterhin die Identifikation der Todesopfer. "Die Identifikation läuft auf Hochtouren", betonte Polizeikommandant Frédéric Gisler. Er betonte allerdings auch, dass die international standardisierte, formelle Identifikation noch Zeit erfordere.
"In diesem Bereich sind keine Fehler erlaubt", stellte Chefinspektor Pierre-Antoine Lengen klar. Zur Identifikation werden DNA-Spuren oder Objekte, die die Personen bei sich trugen, genutzt.
Von 119 Verletzten konnten bisher 113 identifiziert werden. Bei sechs Personen läuft die Identifikation noch. 71 der bisher identifizierten Verletzten sind Schweizer, 14 Franzosen, 11 Italiener. Weitere Verletzte kommen aus Serbien, Bosnien, Belgien, Luxemburg, Polen und Portugal. Bei 14 Personen konnte die Nationalität noch nicht festgestellt werden.
Die Behörden wiesen erneut darauf hin, dass sämtliche genannten Zahlen sich aufgrund der Dynamik der Lage noch verändern könnten.