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Das Erdloch von Schmalkalden: "Wir brauchen Kies - und zwar 1000 Ladungen"

Natürliche Ausspülungen im Untergrund haben nach ersten Erkenntnissen den Krater von Schmalkalden verursacht. Während weiter Ursachenforschung betrieben wird, bemühen sich die Helfer das enorme Loch im Boden zu schließen. Doch der Krater ist noch instabil.

Von Lars Radau, Schmalkalden

Am Fuße des Kanonenberges, direkt neben der Einsatzleitung, sind bereits ein Kipper und ein Bagger aufgefahren. Doch für das, was im thüringischen Örtchen Schmalkalden jetzt nötig wäre, sind die Baugeräte nicht leistungsfähig genug. 25.000 Kubikmeter Material, sagt Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski, sind erforderlich, um das Loch, das sich zu nachtschlafender Zeit mitten im gutbürgerlichen Wohnviertel oberhalb des Krankenhauses aufgetan hat, zunächst provisorisch aufzufüllen. Nicht irgendein Material, versteht sich: "Wir benötigen rolliges Material", sagt Hartmut Kißling, Leiter des Thüringer Landesbergamtes. Im Klartext heißt: Kies – "und zwar etwa 1000 Lkw-Ladungen", so Kaminski.

Damit haben die beiden Arbeiter, die direkt neben der Einsatzleitung werkeln, nichts zu tun: Sie arbeiten daran, rund um einen Gulli den Straßenbelag auszubessern. Der Trubel um sie herum lässt die Männer in ihren grünen Latzhosen kalt. Eile haben sie nicht.

Ränder des Kraters rutschen weiter ab

Eile, betont Thomas Kaminski, sei jetzt auch nicht mehr angebracht. Nachts um drei sei der erste Anruf in der Rettungsleitstelle eingegangen. Anwohner beschrieben ein Geräusch, als ob "vor der Tür ein Kieslaster abgekippt" wurde. Die Feuerwehrleute, die zuerst vor Ort eintrafen, waren davon ausgegangen, ein "Erdloch nach Wasserrohrbruch" zu begutachten. Dass die Dimensionen wesentlich größer waren, sei allerdings schnell klar gewesen, sagt Schmalkaldens Stadtbrandmeister Michael Pfunfke. Innerhalb einer Stunde seien neun Häuser geräumt, 25 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

"Die meisten von ihnen waren natürlich nicht ausgangsfertig gekleidet", erzählt Thomas Kaminski und schmunzelt. Um gleich hinterherzuschieben, was er damit eigentlich sagen will: Die Schmalkalder halten zusammen. Denn bereits während die in Sicherheit gebrachten Hausbewohner in beheizten Zelten die Tragweite der nächtlichen Ruhestörung zu erfassen versuchten, sei es über eine Telefonkette gelungen, ihnen von ortsansässigen Händlern Ersatzkleidung zu besorgen. Höchstwahrscheinlich können die meisten Bewohner der gefährdeten Häuser am Kraterrand in den kommenden Tagen nicht zurück in ihre Domizile. Bis zum Abend rutschten vom Rand der Grube immer wieder Erdmassen in die Tiefe, wurden neue Risse in umliegenden Gebäuden beobachtet.

Bergbau und Luftschutzkeller nicht die Ursache

40 mal 40 Meter misst der Krater mittlerweile, knapp 20 Meter tief ist er. Seit dem Mittag läuft die Ursachenforschung auf Hochtouren. Eile, wie gesagt, betont Thomas Kaminski, sei hier nicht geboten – sondern vielmehr Gründlichkeit. Zunächst hatten sich die Experten mit einem Hubschraubereinsatz über dem Krater und Luftaufnahmen einen ersten Überblick verschafft. Als nächste Schritte werden geologische Karten des Gebietes überprüft und unter Umständen auch Bodenproben genommen. Am späten Nachmittag können die Berg-Fachleute zumindest etliche mögliche Ursachen für den Krater ausschließen: Bergmännische Tätigkeiten kommen für den Erdbruch offenbar ebensowenig infrage wie die Luftschutzkeller, die unter dem Wohngebiet zu finden sind, oder die Stollen des längst eingestellten Salzbergbaus. Diese "seien entweder zu weit weg oder nicht groß genug, um ein Ereignis dieser Dimension auszulösen", schätzt Bergamtsleiter Kißling die Lage ein.

Denn ganz offensichtlich sei der Hohlraum, der in der Nacht in sich zusammenbrach, sehr groß gewesen. "Das Loch, das sich jetzt aufgetan hat, muss es ja unter der Erde schon gegeben haben", erklärt Lutz Katzschmann vom Thüringer Landesamt für Umwelt und Geologie. Man gehe deshalb davon aus, dass der Erdrutsch durch die allmähliche Ausspülung von Gesteinen wie Salz, Gips oder Kalkstein im Untergrund ausgelöst wurde.

Erdfälle kommen in Thüringen häufiger vor

Solche sogenannten Erdfälle seien im Thüringer Wald gar nicht mal selten, ergänzt Thomas Kießling. In der Regel allerdings passierten sie in unbewohntem Gebiet. Insofern habe die 20.000-Einwohner-Gemeinde ein "Riesenglück" gehabt, dass es zu nicht mehr Schäden gekommen sei. Schon in der Nacht war ein Auto in den Krater gerutscht, derzeit drohen immer noch weitere Garagen abzurutschen. "Es ist bislang aber keine Vermisstenanzeige eingegangen", betont Wolfgang Nicolai, Leiter der zuständigen Polizeidirektion Suhl. "Insofern können wir von einem glimpflichen Ausgang sprechen".

Diese Sichtweise können die betroffenen Anwohner an der weiträumig abgesperrten Kraterstelle nur bedingt teilen. Es habe schon in der Nacht "engagierte Diskussionen und auch Tränen" gegeben, weil der Weg zurück in die Wohnungen von den Rettungskräften konsequent abgesperrt wurde, berichtet Kreisbrandmeister Peter Schütz, der mit zu den ersten Einsatzkräften am Krater gehörte. Und nach Lage der Dinge gibt es keine Garantie, dass sich solche Szenen in der Nacht nicht wiederholen werden: Einige Häuser im Wohnviertel stünden gewissermaßen auf der Kippe, sagt Schütz. Sie werden genau beobachtet – und müssten bei Anzeichen, dass sich der Krater weiter vergrößert oder die Erde unter dem Haus in Bewegung gerät, vollständig geräumt werden.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(