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Einkaufszentrum eingestürzt: Zahl der Toten nach Dacheinsturz in Riga steigt

Das Gebäude gilt als architektonisches Meisterwerk. Doch am Donnerstagabend stürzt das Maxima-Einkaufszentrum in Riga ein und begräbt zahlreiche Menschen unter sich. Bislang wurden 43 Tote geborgen.

Trümmer vor dem eingestürzten Einkaufszentrum in Riga. Zahlreiche Menschen wurden unter dem Schutt begraben.

Trümmer vor dem eingestürzten Einkaufszentrum in Riga. Zahlreiche Menschen wurden unter dem Schutt begraben.

Mindestens 43 Tote, über 30 Verletzte und noch Dutzende Vermisste unter den Trümmern - das ist die vorläufige Bilanz des Einsturzes des Dachs eines Einkaufszentrums in der lettischen Hauptstadt Riga. Zahlreiche Helfer, darunter auch Soldaten, suchten die ganze Nacht mit einem Großaufgebot nach Überlebenden. Das Einkaufszentrum ist üblicherweise abends gut besucht.

Die Angehörigen von Mitarbeitern und Kunden des Einkaufszentrums hofften verzweifelt auf ein Lebenszeichen der Vermissten. "Meine Mutter wollte in dem Geschäft Lebensmittel einkaufen gehen. Ihr Auto steht dort, aber das Telefon ist aus. Ich habe unzählige Male angerufen, aber keine Antwort", sagte ein Mädchen im Fernsehen. Eine Kundin konnte sich in letzter Minute in Sicherheit bringen: "Gott sei Dank war ich fünf Schritte entfernt von der Ausgangstür", schilderte die Frau ihre Erlebnisse. "Von allen Seiten brach alles zusammen - von der Decke, den Wänden." Die Behörden richteten Telefon-Hotlines ein. Die Krankenhäuser der Metropole riefen zu Blutspenden auf.

"Wie ein Kartenhaus" eingestürzt

Unter den Toten sind auch drei Feuerwehrmänner, mindestens sieben weitere Helfer wurden bei dem Einsatz verletzt. Ein Sprecher des Rettungsdienstes sprach von einer sehr komplizierten und gefährlichen Rettungsaktion. Es sei nicht auszuschließen, dass noch stehende Teile des Gebäudes zusammenbrechen.

Augenzeugen sprachen Medien zufolge sogar von zwei Einstürzen. Das Dach sei auf einer Fläche von insgesamt rund 500 Quadratmetern eingebrochen. Fernsehbilder und Fotos im Internet zeigten Trümmer im Supermarkt. Das Gebäude sei "wie ein Kartenhaus" zusammengestürzt, sagte Rigas stellvertretender Bürgermeister Andris Ameriks.

Preisgekröntes Gebäude

Die Ursache für den Einsturz ist bislang unbekannt. Vermutet wird unter anderem, dass Bauarbeiten am Dach des erst zwei Jahre alten Gebäudes das Unglück ausgelöst haben könnten. In Medienberichten war aber auch die Rede von der Explosion eines Heizkessels. Ameriks schloss Pfusch am Bau nicht aus. Der lettische Regierungschef Valdis Dombrovskis eilte noch am Abend zum Unglücksort.

Der Bau wurde nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Leta 2011 als eines der drei besten architektonischen Werke Lettlands ausgezeichnet. Rigas Bürgermeister Nils Usakovs wies die Behörden an, alle im Bau befindlichen Projekte des zuständigen Unternehmens zu überprüfen.

dho/DPA / DPA
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