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Großbritannien Brief kommt nach fast 30 Jahren überraschend an der Empfängeradresse an

Der Brief, der seine EMpfängerin nie erreichte
Der Brief, der seine EMpfängerin nie erreichte (Symbolbild)
© coldsnowstorm / Getty Images
Da war ein 60-jähriger Mann aus England ziemlich verblüfft: Als er einen Brief öffnete, prangte darüber ein Datum mit der Jahreszahl 1995. Und das Schreiben war auch nicht an ihn gerichtet.

Der Brite mit dem schönen Namen John Rainbow lebt in Wylam, Nordostengland. Der 60-Jährige und seine Ehefrau führen ein beschauliches Leben, weshalb ihn kürzlich ein ungewöhnliches Ereignis besonders überraschte: Das Paar erhielt einen Brief. Die Adresse auf dem Umschlag war korrekt – der Adressat allerdings nicht. Bei näherem Hinsehen stellte sich auch schnell heraus, warum nicht.

Wie Rainbow der BBC berichtete, habe der Brief zwischen der regulären Post gelegen und er habe sich zuerst nichts dabei gedacht. Bei genauerem Hinsehen sei ihm aber der unbekannte Name auf dem Umschlag aufgefallen. "Herrje, das ist ein bisschen seltsam", habe er gedacht. Er beriet sich mit seiner Frau und die beiden glaubten, sich zu erinnern, dass es sich bei dem Adressaten um einen Vorbesitzer ihres Hauses handelte. "Sie müssen hier vor 15 oder 20 Jahren weggezogen sein", so John Rainbow.

Das Schreiben aus dem Jahr 1995
Das Schreiben aus dem Jahr 1995
© John Rainbow

Brief trug den falschen Empfängernamen

Er beschloss, den Brief zu öffnen, und war anschließend erst recht erstaunt: Der Briefschreiber hatte oben rechts das Datum notiert, an dem das Schreiben verfasst wurde: Der 3. August 1995. Vor beinahe 30 Jahren also. Abgeschickt wurde der Brief von einem Landwirt in Somerset, am anderen Ende des Landes. Den Kontakt begonnen hatte wohl die frühere Besitzerin des Hauses: Valerie Jarvis-Read wandte sich zuvor mit einem Brief an den Landwirt und fragte bei ihm nach, ob die beiden Familien eventuell entfernt verwandt seien. Sie hatte damals wohl das Hobby der Ahnenforschung für sich entdeckt.

Der Mann antwortete ihr vergnügt: "Es hat mich gefreut, Ihren Brief zu erhalten und von ihrer weit verzweigten Familie zu hören. Da dachte ich, ich erzähle Ihnen besser auch von meiner." Es folgen Familiengeschichten und Kindheitserinnerungen. John Rainbow berichtet, wie seltsam es gewesen sei, so gar nichts über jemanden zu wissen, der zuvor im selben Haus gelebt hatte wie er. Er und seine Frau begannen nun aber, Nachforschungen anzustellen. Valerie war leider bereits verstorben, offenbar ohne Nachkommen, und auch der Landwirt lebte nicht mehr. Er hat jedoch einen Sohn, mit dem die Rainbows Kontakt aufnahmen.

Mann aus England findet Sohn des Absenders

"Ich denke, Valerie muss uns einen langen Brief geschrieben haben, weil sie dachte, dass wir über ein paar Generationen verwandt sein könnten. Mein Vater hatte viel Freude daran, alles über ihre Familie zu erfahren und wollte ihr von seiner eigenen berichten. Das hier war wohl die Antwort meines Vaters. Das Tragische ist: Der Brief erreichte sie nie", sagt Richard Daniel gegenüber der BBC.

Aber weshalb brauchte der Brief fast 30 Jahre, um sein Ziel zu erreichen – leider zu spät? Das bleibt derzeit noch ungeklärt, denn selbst die britische Post ist ratlos: "Fälle wie dieser passieren sehr selten, und wir sind uns nicht sicher, was in diesem Fall die Ursache war", sagt ein Sprecher der Royal Mail. "Es tut uns sehr Leid, falls dies Probleme verursacht hat."

Quelle:   BBC

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