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Ambulanz in England: Mann reist 320 Kilometer zu seiner verletzten Mutter – und ist vor dem Krankenwagen da

Eine Frau in England stürzt und bricht sich die Hüfte. Der Notruf wird mehrfach gewählt, doch Hilfe ist nicht in Sicht. Sogar der verständigte Sohn schafft es trotz langer Anreise, noch vor dem Krankenwagen da zu sein. 

In England kam ein Krankenwagen erst sieben Stunden nach dem Notruf bei einer Patientin an (Symbolbild)

In England kam ein Krankenwagen erst sieben Stunden nach dem Notruf bei einer Patientin an (Symbolbild)

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Als Mark Clements die Nachricht erhielt, seine Mutter sei gestürzt und habe sich wohl die Hüfte gebrochen, zögerte er nicht lange und machte sich auf den Weg zu ihr. 320 Kilometer - von London nach Exmouth in Devon. Mit Bus, U-Bahn und zwei Zügen, wie die "BBC" berichtet. 

Zuvor hatten Verwandte der Mutter auch den Notruf gewählt. Dennoch traf Mark Clements noch vor dem Krankenwagen bei seiner verletzten Mutter ein. Der Notfall-Arzt benötigte unglaubliche sieben Stunden, bis er endlich bei der notleidenden Frau ankam. 

Für die Strecke von London nach Exmouth benötigt man mit Bus und Bahn ca. 3,5 Stunden

Für die Strecke von London nach Exmouth benötigt man mit Bus und Bahn ca. 3,5 Stunden

Clements und einige Angehörige, die bei der Dame gewartet hatten, waren entsetzt. "Meine Mutter lag hilflos auf einem kalten Wintergartenboden und konnte sich nicht bewegen", sagte er der "BBC". "Meine Mutter ist eine sehr starke Frau und es war herzzerreißend mitanzusehen, dass sie das erleben musste." 

Notruf wurde sechs Mal kontaktiert

Insgesamt sechs Mal hatten die Angehörigen den Notruf gewählt und mussten trotzdem so lange warten, bis Hilfe kam. Außerdem sei eine Rettungswache nur zehn Minuten vom Haus der Mutter entfernt. Als die Rettungssanitäter endlich eintrafen, sollen sie ebenfalls entsetzt und erstaunt ob der zeitlichen Verzögerung gewesen sein. 

Der South Western Ambulance Service, der für die Ambulanzen in der Region zuständige Organisation, entschuldigte sich nach dem Vorfall und erklärte, es habe "einen noch nie dagewesenen Anstieg an Nachfragen" gegeben. Dabei hätten die Notrufe nach "besonders ernsten Fällen" priorisiert werden müssen. Es sei eine Bewertung durchgeführt und dabei "keine unmittelbare Lebensbedrohung" festgestellt worden. 

Die Dame hat die Hüft-OP inzwischen überstanden und erholt sich im Krankenhaus. Mark Clements erhält viel Zuspruch, seitdem die Geschichte öffentlich wurde und bedankte sich auf Twitter für die zahlreichen unterstützenden Worte. 

Krankenwagen in England benötigten zwischen April und Dezember 2018 durchschnittlich eine Stunde und 24 Minuten, um auf solche Notrufe zu reagieren. Das geht aus einer Statistik des National Health Service hervor. Der Durchschnitt des South Western Ambulance Service lag bei zwei Stunden und 21 Minuten, dem höchsten Wert im Land.  

Quelle: "BBC"; "National Health Service"

vit
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