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Einige verfolgte er regelrecht: US-Cop bediente sich jahrelang in Polizei-Datenbank, um Frauen abzuschleppen

Eine ziemlich ungewöhnliche Methode, Frauen kennenzulernen, kostet einen US-Polizisten den Job. Der Cop suchte sich Frauen aus der Polizei-Datenbank - und hatte mit einigen wohl während seines Dienstes Sex.

Mehr als zwölf Jahre war der Polizist im Dienst, mindestens seit 2012 soll er sich in den Datenbanken bedient haben

Mehr als zwölf Jahre war der Polizist im Dienst, mindestens seit 2012 soll er sich in den Datenbanken bedient haben (Polizeiauto ist ein Symbolbild)

DPA / Picture Alliance

Ein Polizist hat sich in den USA jahrelang in internen Polizei-Datenbanken potenzielle Dating-Partner gesucht, diese Frauen dann gezielt aufgesucht und versucht, sie abzuschleppen. Das teilte die Chefin seines Polizeireviers, Melanie Bevan, in einer Pressekonferenz mit. Auch die "New York Times", CNN und die "Washington Post" berichten über den Falll.

Demnach soll der Mann mindestens seit 2012 in den Polizeirechnern nach Frauen gesucht haben, die ihm gefallen könnten. Mit Telefonanrufen, über soziale Medien oder mit Besuchen in ihren Wohnungen soll er sich den Damen anschließend genähert haben. Dabei sei er stets im Dienst und uniformiert gewesen, soll seinen Job missbraucht haben, um das Vertrauen der Frauen zu gewinnen. "Er war teilweise sehr hartnäckig und letztlich auch erfolgreich", sagte Polizeichefin Bevan. 

Florida: Polizist nicht mehr im Dienst

Bis zu 150, in den allermeisten Fällen hispanische Frauen soll er so kontaktiert haben. Die Polizeichefin habe viele davon persönlich aufgesucht, um ihnen zu sagen, dass die Taten dieses Mannes "nicht repräsentativ stehen für die, die diese Uniform und Marke mit Stolz tragen und schlicht um zu sagen: Es tut mir leid".

Mittlerweile ist der Polizist nicht mehr im Dienst. Bereits im vergangenen Sommer flog sein Vorgehen auf. Polizeichefin Devan beschreibt in der Pressekonferenz, wie es dazu kam: Der Beamte hatte demnach eine Frau auf dem Parkplatz eines Supermarktes kennengelernt und war ihr anschließend in seinem Polizeiwagen bis nach Hause gefolgt. Dort habe er dann an die Tür ihres Elternhauses geklopft und verlangt wegen einer "häuslichen Angelegenheit" mit der Frau zu sprechen. Die Eltern hätten sich geweigert, seien ob seiner Hartnäckigkeit misstrauisch geworden und hätten den Namen des Polizisten verlangt, woraufhin dieser gegangen sei.

Die Eltern hätten wenig später im örtlichen Polizeirevier angerufen und so die Identität des Cops klären können. Als dieser von seinen Vorgesetzten darauf angesprochen worden sei, habe er behauptet, der Frau gefolgt zu sein, weil das Licht an ihrem Auto defekt gewesen sei. Aufgrund der widersprüchlichen Angaben sei eine Untersuchung eingeleitet worden, in der herauskam, dass dieser Polizist in den internen Datenbanken stets nach jungen Frauen gesucht habe. Gespräche mit den Frauen hätten gezeigt, dass er sie danach kontaktiert und versucht habe, sie abzuschleppen.

"Hätte er nicht gekündigt, wäre er gefeuert worden"

Im Zuge der Ermittlungen stellte das Bredanton Police Departement den Polizisten nach zwölf Jahren im Dienst zunächst frei. Kurz darauf reichte er seine Kündigung ein. "Hätte er nicht gekündigt, wäre er gefeuert worden", sagte seine ehemalige Chefin. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Beamte zahlreiche Berufsvorschriften gebrochen habe, unter anderem auch Sex während der Dienstzeiten zu haben. Ihm könnten nun auch strafrechtliche Ermittlungen drohen.

Quellen: Bradenton Police Departement / CNN / "New York Time" / "Washington Post" 

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fin/tkr
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