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Flüchtlinge in Italien Mafia unterwandert Europas größtes Asylzentrum - und stiehlt EU-Gelder

Italien gilt aktuell als Hauptankunftsland für Flüchtlinge.
Italien gilt aktuell als Hauptankunftsland für Flüchtlinge.
© Bundeswehr/DPA
In Europas größtem Asylzentrum verdient die Mafia offenbar seit Jahren kräftig mit. Ermittlungen zeigen: Seit 2006 steckte sie EU-Gelder in Millionenhöhe ein.

Bei einem Schlag gegen die 'Ndrangheta wurden am Montag 68 mutmaßliche Mitglieder des einflussreichen Clans Arena festgenommen. Das teilte die Anti-Mafia-Behörde in Catanzaro (Kalabrien) mit. Die Personen sollen unter anderem aus der Verwaltung eines großen Flüchtlingslagers in der süditalienischen Provinz Crotone Gewinne gezogen haben. Die Unterkunft gilt laut einem Bericht der römischen Tageszeitung "La Repubblica" als größtes Asylzentrum Europas.

Den Ermittlungen zufolge ist der Arena-Clan seit mehr als zehn Jahren in die Geschäfte des Aufnahmezentrums verwickelt. Die Mitglieder sollen unrechtmäßig an Aufträge für verschiedene Dienstleistungen wie zum Beispiel für die Verpflegung gekommen sein. Wie "La Repubblica" online berichtet, sollen zwischen 2006 und 2015 von 103 Millionen Euro EU-Geld rund 36 Millionen an den Clan geflossen sein.

Dem Arena-Clan wird Waffenschmuggel, Schutzgelderpressung, Veruntreuung von Geldern und Steuerhinterziehung vorgeworfen. 

Italien: Hauptankunftsland für Flüchtlinge

Das "C.A.R.A Sant'Anna" in Isola Capo Rizzuto wird von der katholischen Organisation Confraternità delle Misericordie verwaltet. Neben dem Chef der Organisation wurde auch der lokale Priester festgenommen.

Die kalabrische 'Ndrangheta gilt als eine der mächtigsten Mafia-Organisationen der Welt. Italien ist derzeit in Europa Hauptankunftsland für Flüchtlinge.

pg DPA

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