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Studie: Gesichtsausdrücke untersucht: Katzen können nur drei Gefühle zeigen

Britische Forscher haben die Mimik von Katzen untersucht - mit ernüchterndem Ergebnis. Die Tiere schöpfen aus dem Repertoire von gerade mal drei Gesichtsausdrücken.

Internetphänomen Grumpy Cat: Was verrät die Katzenmimik?

Internetphänomen Grumpy Cat: Was verrät die Katzenmimik?

Ist die weltberühmte Grumpy Cat tatsächlich immer mürrisch, wie es der Gesichtsausdruck vermuten lässt? Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der britischen University of Lincoln legen nahe, dass wir bei der Deutung von Katzenmimik in vielen Fällen kolossal falsch liegen.

Die Forscher untersuchten die Gesichtsausdrücke von 29 Katzen in einem kanadischen Tierheim, indem sie die Tiere verschiedenen Situationen aussetzten und ihre Mimik per Video aufzeichneten. Die Reaktionen der Katzen wurden dann mit dem Programm "CatFACS" analysiert. Mit der Software sollen auf den Bildern auch kleinste Regungen der Gesichtsmuskeln erfasst werden können.

Katzen vs. Gurken

Katzenmimik ist sehr eingeschränkt

Das Ergebnis der Studie ist für Katzenliebhaber ernüchternd: Gefühle wie Glück, Freude oder Trauer lassen sich in den Gesichtern der Tiere überhaupt nicht ablesen, sie haben gerade einmal drei unterschiedliche Gesichtsausdrücke: entspanntes Engagement, Angst und Frust. 

Entspanntes Engagement zeigen die Tiere der Studie zufolge dadurch, dass sie Dinge, die sich rechts von ihnen befinden, mit leicht geneigtem Kopf betrachten. Beäugen sie dagegen Dinge, die sich links von ihnen befinden, haben die Tiere Angst. Wie dieser Unterschied zu erklären ist, wissen die Forscher nicht. Furcht geht zudem häufig auch mit intensivem Blinzeln einher.

Frust, Angst, Engagement - das war's

Um Frustration zu zeigen, bieten die Katzen dagegen ein ganzes Arsenal an Mimik und Verhalten auf: Nase lecken, Zunge zeigen, das Anheben der Oberlippe, das Fallenlassen des Unterkiefers oder auch Fauchen deuten auf Frust hin, so die Forscher. 

Allerdings dürfte das letzte Wort in Sachen Katzenmimik noch nicht gesprochen sein: Das Verhalten von Katzen ist immer wieder Gegenstand von wissenschaftlichen Studien - mit immer neuen Ergebnissen. Außerdem ist es auch möglich, dass das Programm "CatFACS" durch die Gesichtsbehaarung der Tiere nicht jede Regung erkennen kann.

Es gibt also noch Hoffnung für Katzenhalter, dass ihre Tiere auch weitere Gefühle zeigen können. Grumpy Cat wird das alles wahrscheinlich ohnehin egal sein - und weiter vermeintlich mürrisch in die Welt schauen.


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