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Kenia: 94 Kamele sterben, nachdem sie sich am Brunnenwasser vergiften

In Kenia sind mindestes 94 Kamele elendiglich verendet, nachdem sie offenbar verdorbenes Brunnenwasser getrunken haben. Für die Besitzer ein schwerer Schlag. 

In Kenia sind Kamele für viele Menschen wichtig zum Überleben

In Kenia sind Kamele für viele Menschen wichtig zum Überleben


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In Kenia sind mindestens 94 Kamele gestorben, nachdem sie Wasser aus einem stillgelegten Brunnen getrunken haben. 26 weitere Tiere seien im kritischen Zustand, sagte Shanda Guyo, Veterinär in der Marsabit-Region, gegenüber der BBC. Er vermutet, dass die Kamele Opfer einer Nitratvergiftung geworden sind. "Die Tiere wurden plötzlich schwach und konnten sich nicht mehr auf den Beinen halten. Sie krümmten sich am Boden, als hätten sie Bauchschmerzen. Sie hatten auch Schwierigkeiten beim Wasserlassen", erzählte er. "Wir haben so etwas noch nie gesehen", sagte er und fügte hinzu, der Vorfall sei "ungewöhnlich".

Proben des Wassers werden nun untersucht. Der Vorfall ereignete sich in der Siedlung North Horr, 300 Kilometer nördlich der Regionalhauptstadt Marsabit.

Viele sind auf Kamele angewiesen 

Der Tod der Kamele bedeute für die Besitzer einen großen Verlust, erklärte Guyo. Sie dienen in der Gegend nicht nur als Transport- und Lasttiere, sondern sind auch Fleisch- und Milchlieferanten. Auch kulturell werden Kamele geliebt und verehrt.

"Einige von ihnen haben außerdem gerade gekalbt", berichtete Guyo weiter. "Die Besitzer fürchteten nun, dass die Kälber verhungern könnten." Für die Menschen, die auf die Tiere angewiesen sind, ein schwerer Schlag. Bis zu 80 Prozent der Bewohner der Marsabit-Region sind bis heute Nomaden. 

Erst vor ein anderthalb Jahren wurde der Tierbestand in der Region massiv durch eine Dürre dezimiert. Im Sommer 2017 verendeten bis zu 80 Prozent des Viehs. 

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ivi
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