VG-Wort Pixel

Ausgebüxt aus Gehege Klimahaus Bremerhaven sucht Riesenechse: Waran versteckt sich im Gebäude

Der Kopf eines Nilwarans mit seiner langen, schmalen, blauen Zunge
Ein Nilwaran in freier Natur. Dieses Exemplar wurde im River National Park in Botswana fotografiert.
© W. Veeser / Picture Alliance
Im Klimahaus Bremerhaven ist am Freitagmorgen eine ziemlich große Echse ausgebüxt. Jetzt suchen die Mitarbeiter in dem Haus nach dem Waran. Weit kann das Tier nicht gekommen sein.

Das Klimahaus Bremerhaven wirbt mit dem Versprechen, dass Besucherinnen und Besucher dort Abenteuer erleben können. Denn in der einzigartigen Erlebniswelt können Gäste dem Klima, dem Wetter und auch dem Klimawandel auf einer Art Weltreise nachspüren.

An diesem Freitag erleben dort allerdings vor allem die Mitarbeiter und ein recht großes, schuppiges Tier ein Abenteuer: Das Klimahaus sucht einen Waran.

Der fast ausgewachsene Nilwaran war der Einrichtung am Morgen aus seinem Gehege entkommen und blieb auch bis zum Nachmittag verschwunden. Eigentlich sollte ein rund 80 Zentimeter langes Schuppenkriechtier nicht so schwer zu entdecken sein, aber das ist die Theorie. In der Praxis seien die Tiere Meister darin, sich zu verstecken, wie Klimahaus-Sprecher Holger Bockholt in mehreren regionalen Medien erklärte. Und: "Sie sind sehr scheue Tiere."

Klimahaus Bremerhaven evakuiert Besucher und schließt

Warane seien nicht aggressiv oder gefährlich, betonte der Sprecher. Doch sie könnten zuschnappen, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlten. Ihr Speichel enthalte viele gefährliche Bakterien. Bisswunden könnten sich daher schneller entzünden als dies beispielsweise bei einem Hundebiss der Fall sei. Giftig seien Nilwarane jedoch nicht.

Sicherheitshalber seien alle Besucherinnen und Besucher sofort aus dem Haus gebracht worden, sagte Bockholt, das Klimahaus wurde gesperrt. Dass der Waran nicht mehr in seinem Gehege war, sei am Vormittag bei einer Fütterungsrunde aufgefallen, so die Informationen aus den Klimahaus. Vermutlich habe der Nilwaran einen technischen Defekt zur Flucht genutzt.

Das Tierpfleger-Personal und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchten seitdem nach dem Tier – bei der Größe des Gebäudes vermutlich gar nicht so einfach: Allein der Ausstellungsbereich misst Medienangaben zufolge 11.500 Quadratmeter.

Warane waren erst kürzlich vorgestellt worden

Erst Anfang Juli hatte das Klimahaus eine Pressemitteilung über seine zwei neuen Warane in der Reisestation Kamerun herausgegeben und die Neuzugänge als Attraktion beschrieben. Ursprünglich kommen die Tiere der Mitteilung zufolge aus einer Zucht in Afrika, seien also nicht in freier Wildbahn eingefangen worden.

Nilwarane sind Allesfresser und gute Schwimmer. Sie bewohnen in der Natur große Teile Afrikas und bevorzugen feuchte Lebensräume.

Das Klimahaus hoffte am Freitag, dass sich das Tier nicht verletzt hat und man es wieder rasch einfangen werde. Dies sei beispielsweise mit einem Netz möglich, hieß es in der Presse. Bei der Suche müssten Handschuhe getragen werden.

Quellen: NDR.de, "Butenundbinnen.de", Klimahaus Bremerhaven, "Welt.de"

Forscher finden heraus: Vermeintlicher Mini-Vogel in Bernstein ist in Wahrheit eine seltsame Echse

Sehen Sie im Video: Im vergangenen Jahr sorgte ein winziger Fund aus Myanmar für Schlagzeilen. In einem 99 Millionen Jahre alten Bernsteinstück hatten Forscher einen Schädel entdeckt, der dem kleinsten Flugsaurier der Welt gehört haben soll.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker