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Schlimmer Verdacht Krankenschwester soll fünf Frühchen mit Morphium vergiftet haben

Ein Frühgeborenes in einer Klinik
Eine Krankenschwester der Universitätsklinik Ulm steht im Verdacht des versuchten Totschlags an fünf Frühgeborenen (Symbolbild)
© Britta Pedersen/zb/dpa
Die Ermittler werfen ihr versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor: Eine Krankenschwester soll in Ulm fünf Säuglingen Morphium gespritzt haben. Das schnelle Eingreifen des Personals rettete die Kinder.

In einem Ulmer Krankenhaus soll eine Krankenschwester fünf Frühchen durch Verabreichung von Morphium in Lebensgefahr gebracht haben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten, wurde die Frau nach Hinweisen der Klinik auf verdächtige Rückstände im Urin der Kinder als mutmaßliche Verursacherin ermittelt. Sie wurde festgenommen und sollte noch am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Ermittler werfen ihr versuchten Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung  vor. Demnach hatten die in einem Zimmer untergebrachten Frühchen vor fünf Wochen zeitgleich an lebensbedrohlichen Atemproblemen gelitten, wurden aber durch den sofortigen Einsatz des Personals gerettet. Auch Spätfolgen sind nach der derzeitigen ärztlichen Einschätzung nicht zu erwarten.

Spritze mit Muttermilch als "Tatwaffe"

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft vermutete das Krankenhaus nach dem Geschehen zunächst eine Infektion als Ursache. Tests von Urinproben der Babys schlossen das jedoch aus. Die Proben wiesen zugleich Rückstände des starken Schmerzmittels Morphium auf, obwohl zumindest zwei der betroffenen Kinder gar keines erhalten sollten. Daraufhin alarmierte die Leitung vor rund zehn Tagen die Polizei. Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten Beamte am Dienstag unter anderem Spinde von Mitarbeitern, die im fraglichen Zeitraum Dienst auf der Station hatten.

Im Schrank einer Krankenschwester fanden sie eine Spritze mit Muttermilch, die ersten Analysen zufolge Morphium enthielt. Daraufhin wurde sie festgenommen. Nähere Angaben zur Identität gab es zunächst nicht. Am Donnerstagvormittag wollen sich die Behörden bei einer Pressekonferenz weiter äußern.

DPA / mis

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