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Mönchengladbach: Mehr als Hundert Verletzte nach Gas-Unfall

Bei einem schweren Gas-Unfall in einer Lackfabrik in Mönchengladbach sind 117 Menschen verletzt worden. Vier mussten wiederbelebt werden. Ursache war ein technischer Defekt. Für die Anwohner ist die Gaswolke noch immer eine Gefahr.

Mehr als hundert Mitarbeiter des Betriebs, Feuerwehrleute und Anwohner erlitten Kohlendioxid-Vergiftungen. Bis jetzt kamen 16 Menschen ins Krankenhaus, vier mussten zuvor wiederbelebt worden. Sie sind nach Einschätzung der Rettungskräfte dem Tod nur knapp entronnen. "Es kommen immer mehr mit Schwindel und Übelkeit aus den angrenzenden Häusern", sagte ein Feuerwehrsprecher. Unfallursache war austretendes Kohlendioxid nach einem Brand in der Fabrik. Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr trat das Gas wegen eines technischen Defekts in der Löschanlage aus.

Die Polizei sperrte den Bereich rund um die in einem Gewerbegebiet gelegene Fabrik im Umkreis von etwa einem Kilometer ab. Die Anwohner eines angrenzenden Wohngebiets wurden aufgefordert, die Fenster zu schließen und höhere Stockwerke aufzusuchen, da das Gas am Boden bleibt. Kohlendioxid ist zwar nicht giftig, verdrängt aber den Sauerstoff, erläuterte der Mönchengladbacher Feuerwehrchef Jörg Lampe. Dadurch könnten Menschen ersticken.

Ein Hubschrauber soll das Gas zerstreuen

Das Leck in der Löschanlage wurde bis zum Mittag geschlossen. "Das Problem ist aber, dass es hier völlig windstill ist. Die CO2-Säule steht wie ein Schornstein in der Luft", sagte ein Feuerwehrmann. Deshalb setzten die Rettungskräfte einen Hubschrauber ein, der über der Unfallstelle kreiste, um mit dem Wind der Rotoren das Kohlendioxid zu zerstreuen. Die Rettungskräfte aus ganz Nordrhein- Westfalen mussten bei ihren Einsätzen schweren Atemschutz tragen.

DPA / DPA
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