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Nach Lawinenunglück im Himalaya: Sherpas drohen mit Ende der Mount-Everest-Saison

Fällt die Bergsteiger-Saison am Mount Everest dieses Jahr aus? Die Sherpas sollen angekündigt haben, keine Touren mehr zu begleiten. Anderen Berichten zufolge sind sie sich noch uneins.

Der Mount Everest ist ein Bergsteigerparadies und das Ziel zahlreicher Touristen. Denn er ist vergleichsweise einfach zu besteigen. Doch ohne die Sherpas geht fast nichts.

Der Mount Everest ist ein Bergsteigerparadies und das Ziel zahlreicher Touristen. Denn er ist vergleichsweise einfach zu besteigen. Doch ohne die Sherpas geht fast nichts.

Die Bergsteiger-Saison am Mount Everest könnte beendet werden, bevor sie richtig angefangen hat: Laut Nachrichtenagentur AFP haben die Sherpas angekündigt, keine Expeditionen mehr zu begleiten. "Wir haben nach einer langen Sitzung an diesem Nachmittag beschlossen, zu Ehren unserer gestorbenen Brüder unsere Bergtouren einzustellen", sagte der Bergführer Tulsi Gurung demnach. "Alle Sherpas stehen hinter dieser Entscheidung." Ein weiterer Sherpa sowie ein US-Bergsteiger bestätigten die Angaben. Einige hätten das Basislager bereits verlassen.

Berichten der DPA zufolge ist das letzte Wort jedoch noch nicht gesprochen. Demnach seien die Sherpas noch unentschieden. Während einige aus emotionalen Gründen alle Vorhaben abblasen wollten, seien andere zum Weitermachen nach der einwöchigen Trauerzeit entschlossen, so ein Mitglied der nepalesischen Bergsteigervereinigung.

16 Tote bei Lawinenunglück

Hintergrund ist das bisher schlimmste Unglück am Mount Everest vom vergangenen Freitag. Insgesamt 16 nepalesische Bergführer waren dabei ums Leben gekommen. Sie wurden auf 5800 Metern Höhe im sogenannten Popcorn-Feld verschüttet, das auf der Route zum tückischen Khumbu-Eisfall liegt. Die Sherpas hatten Zelte, Seile und Lebensmittel dabei, um eine Route zum Gipfel des Everest vorzubereiten. Ende April beginnt üblicherweise die Bergsteiger-Saison im Himalaya.

Neun der Bergführer konnten lebend aus den Eis- und Schneemassen gerettet werden, 13 weitere wurden tot geborgen. Am Sonntag wurde die Suche nach den drei letzten Vermissten eingestellt. Die Sherpas hatten mit Streik gedroht, sollte die Regierung ihre Unfall- und Lebensversicherungen nicht erhöhen und keinen Hilfsfonds einrichten. Den DPA-Berichten zufolge hat die Regierung nun eingelenkt.

Die Himalaya-Expeditionen sind eine wichtige Einnahmequelle für das arme Land. Nach Informationen der Zeitung "Kantipur" bat das Tourismusministerium die Sherpas, die Touren wie geplant durchzuführen. Die meisten Expeditionen sind auf die Hilfe der nepalesischen Bergführer und Träger angewiesen, ein Aufstieg ohne sie ist kaum machbar. Seit der Erstbesteigung durch den Neuseeländer Edmund Hillary und seinen einheimischen Bergführer Tenzing Norgay 1953 kamen bereits mehr als 300 Menschen bei Aufstiegsversuchen ums Leben, die meisten von ihnen waren Sherpas.

car/DPA/AFP / DPA
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