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Nach Tod von deutschem Praktikanten: Londoner Bank prüft Arbeitsbedingungen

Der Tod eines Praktikanten einer Londoner Bank hat eine heftige Diskussion über die Arbeitsbedingungen in der Finanzbranche ausgelöst. Nun gerät die Bank in Handlungsnot.

Nach dem Tod eines deutschen Praktikanten überprüft die Bank of America Merrill Lynch ihre Arbeitsbedingungen. Es sei eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die "alle Aspekte dieser Tragödie" überprüfen und "uns daraus lernen helfen" solle, erklärte die Londoner Niederlassung der Bank am Freitag. Der 21-jährige Praktikant Moritz E. war vergangene Woche tot in der Dusche seiner Wohnung gefunden worden, nachdem er Medienberichten zufolge mehrere Nächte bei der Bank durchgearbeitet hatte.

Der Todesfall löste eine Debatte über die oft extrem langen Arbeitszeiten im Londoner Bankensektor aus. Medienberichten zufolge litt der junge Praktikant an Epilepsie, doch wird erst nach Vorlage des Autopsieberichts in rund einem Monat die Todesursache klar sein. Der EU-Kommissar für Arbeit, Laszlo Andor, erklärte, der "tragische Tod" des Praktikanten zeige, "was Praktika nicht sein sollten". "Die Ausbeutung der Jugend ist inakzeptabel", erklärte Andor.

Ben Lyons, Gründer einer Organisation zur Förderung fairer und bezahlter Praktika, sieht vor allem die Personalabteilungen der Londoner Banken in der Pflicht. Sie müssten sich um die Praktikanten kümmern. Politiker fordern die Banken auf, für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter mehr zu tun und vor allem junge, schlecht bezahlte Praktikanten zu schützen.

kgi/AFP/Reuters / Reuters
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?